Gewinn halbiert Börse straft Pfizer ab

Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer ist an der Wall Street für seine schlechten Zahlen abgestraft worden. Im dritten Quartal hat sich der Gewinn mehr als halbiert. Der Vorstand nahm den Ausblick für 2006 und 2007 zurück. Die Aktie stürzte auf den tiefsten Stand seit acht Jahren.

New York - Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer  hat nach einem Ergebniseinbruch im dritten Quartal seine Gewinnziele für das Gesamtjahr gesenkt. Zudem zog Pfizer seinen optimistischen Ergebnisausblick für die Jahre 2006 und 2007 zurück. Die Aktie ging am Donnerstag an der Wall Street mit Verlusten von 8,6 Prozent aus dem Handel und markierte damit den tiefsten Stand seit acht Jahren.

Verkaufseinbußen bei dem Blockbuster-Medikament Celebrex, Sonderkosten und Konkurrenz durch Nachahmerpräparate hätten zu einem Gewinnrückgang von 52 Prozent auf 1,59 Milliarden Dollar geführt, hatte Pfizer am Donnerstag mitgeteilt. Pro Aktie stand für das Quartal ein Gewinn von 22 Cent in den Büchern nach 44 Cent im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank im Berichtszeitraum um 5 Prozent auf 12,19 Milliarden Dollar.

Ohne Sonderkosten lag der Gewinn im dritten Jahresviertel bei 51 Cent je Aktie und damit um 7 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt allerdings nur mit 48 Cent je Aktie gerechnet. Der in New York ansässige Konzern verbuchte im Quartal 3,4 Milliarden Dollar an Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit den jüngsten Zukäufen, darunter die Akquisition der Biotechnologiefirma Vicuron Pharmaceuticals.

Konzern nimmt Ausblick für 2006 und 2007 zurück

Für das Gesamtjahr erwartet der Pharmariese nunmehr einen Gewinnrückgang auf 1,92 bis 1,94 Dollar je Aktie. Bislang waren 1,98 Dollar in Aussicht gestellt worden. Auch rechnet der Konzern mit einem stärkeren Umsatzrückgang als bisher. Zudem nahm der Pharmariese von seinem früheren Ausblick für die kommenden zwei Jahre Abstand.

"Wir überprüfen unsere Finanzprognosen für 2006 und 2007 im Lichte des gegenwärtigen und erwarteten Geschäftsumfelds und ziehen unseren bisherigen Ausblick zurück", erklärte Konzernchef Hank McKinnell. Vor Anfang nächsten Jahres werde es keine neuen Aussagen dazu geben, hieß es bei Pfizer. Noch im Sommer hatte der Konzern für kommendes Jahr und 2007 jeweils ein prozentual zweistelliges Ergebniswachstum in Aussicht gestellt.

Die Erlöse mit dem Schmerzmittel Celebrex gingen im dritten Quartal um 44 Prozent auf 446 Millionen Dollar zurück. Das Mittel gehört zu einer Klasse von Schmerzmedikamenten, die Studien zufolge das Risiko für Herz- und Schlaganfälle erhöhen können. Zu der gleichen Klasse gehört auch das Mittel Bextra, das Pfizer  vom Markt genommen hatte.

Die stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Karen Katen kündigte an, Pfizer werde den Markt für das Schmerzmittel Celebrex "Doktor um Doktor, Patient um Patient" wieder aufbauen.

Ein Lichtblick im Zwischenbericht war der Cholesterinsenker Lipitor, der in Deutschland unter dem Namen "Sortis" bekannt ist. Der Umsatz mit dem Präparat legte um sechs Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar zu.

McKinnell räumte auf einer Telefonkonferenz ein, dass der Verlust der exklusiven Rechte an mehreren Medikamenten in den letzten Jahren den Umsatz seines Unternehmens belastet habe. Allerdings habe der Absatz verschreibungspflichtiger Marken-Medikamente in den USA generell nachgelassen, während die billigeren Generika stark nachgefragt würden.

Pfizer werde vor Anfang 2006 keine gute langfristige Einschätzung des Marktumfelds abgeben können. "Es ist nicht bekannt, ob der Abschwung zeitlich begrenzt ist oder länger anhält", sagte Kinnell.

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