Unicredit Verlängerung für HVB-Aktionäre

Die Aktionäre der HypoVereinsbank bekommen zwei Wochen länger Zeit, dem Übernahmeangebot der Großbank Unicredit zuzustimmen. Die Italiener haben die Annahmefrist bis zum 24. Oktober ausgedehnt. Derweil hat ein österreichischer Großaktionär Widerstand angekündigt, sollte Unicredit die HVB-Tochter Bank Austria zerschlagen wollen.

München - Die italienische Großbank Unicredit  hat die Annahmefrist für ihr milliardenschweres Angebot an die Aktionäre der HypoVereinsbank (HVB)  um zwei Wochen bis zum 24. Oktober verlängert. Da die Bank die Übernahme nicht mehr von kartellrechtlichen Genehmigungen in allen Ländern abhängig mache, habe sich der Inhalt der Offerte geändert. Dadurch werde die Verlängerung der Annahmefrist ausgelöst, teilte Unicredit in Mailand mit. Europas bisher größte grenzüberschreitende Bankenfusion zieht sich damit hin.

Bisher wurden der Bank den Angaben zufolge 17,5 Prozent der ausstehenden HVB-Aktien angeboten. Ein Sprecher betonte auf Anfrage, noch seien "längst nicht alle" angedienten HVB-Titel ins Aktienregister eingetragen worden. Zusammen mit bereits bestehenden Zusagen des größten HVB-Aktionärs Münchener Rück , der rund 18,3 Prozent der Anteile hält, sowie der Bayerischen Landesstiftung und der Bayerischen Forschungsstiftung, die zusammen auf rund 4 Prozent kommen, ergebe sich eine Annahmequote von bisher rund 40 Prozent.

"Vor diesem Hintergrund ist Unicredit überzeugt, dass das HVB-Angebot erfolgreich abgeschlossen wird", hieß es in der Mitteilung. Die Fusion klappt nur, wenn Unicredit mindestens 65 Prozent der HVB-Anteile angeboten werden. Die ursprüngliche Frist dafür wäre an diesem Montag ausgelaufen.

Nach eigenen Angaben verzichtet die italienische Bank auf alle aufschiebenden Bedingungen bezüglich kartellrechtlichen, noch ausstehenden Zustimmungen mit Ausnahme der EU-Genehmigung. Ein Sprecher sagte, bei den noch ausstehenden Zustimmungen handle es sich vor allem um Genehmigungen der kroatischen Wettbewerbsaufsicht und der polnischen Behörden. "In Polen stößt die Unicredit wegen der politischen Umbruchlage derzeit auf Widerstände." Die geplante HVB-Übernahme solle nicht wegen dieser Punkte gestört werden.

Am Markt war bereits erwartet worden, dass die Italiener die Angebotsfrist verlängern werden. Unicredit bietet fünf eigene Aktien für einen HVB-Anteilsschein. Dies entspricht mehr als 15 Milliarden Euro. Aus EU-Kreisen verlautete bereits, dass man der milliardenschweren Fusion keine Steine in den Weg legen wolle.

Wiener AVZ-Stiftung droht mit Widerstand

Widerstand kommt hingegen von der AVZ-Stiftung, einem österreichischen HVB-Großaktionär. Einem Pressebericht zufolge hat die Stiftung eine für den heutigen Montag einberufene Sondersitzung zum Unicredit-Angebot auf unbestimmte Zeit verschoben. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, halten die Wiener mehr als 4 Prozent an der HVB und verlangen von Unicredit einen neuen Autonomievertrag für die HVB-Tochter Bank Austria Creditanstalt. Die Stiftung verlange umfangreiche Zugeständnisse für die österreichische Bank, wie ein Vorstand der "FTD" sagte. Sonst werde man die Offerte ablehnen.

Sollte Unicredit-Chef Alessandro Profumo eine Zerschlagung der Bank Austria planen oder einseitig in den "Bank der Regionen"-Vertrag eingreifen, werde man zudem rechtliche Schritte ergreifen, sagte der Vorstand der Zeitung. In dem Vertrag hatte die HVB ihrer österreichischen Tochter umfassende Sonderrechte zugestanden. Die Stiftung verlangt laut Zeitung, dass Profumo seine jüngsten mündlichen Zusagen in einem Autonomievertrag schriftlich garantiert. Profumo hatte versprochen, Unicredits Osteuropageschäft in die Bank Austria einzubringen und diese nicht zu zerschlagen.

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