Aktientausch Tschüß Daimler, Hallo DaimlerChrysler

Die Resonanz auf den Aktientausch war positiv. Sollten im ersten Anlauf mehr als 90 Prozent der Aktien getauscht worden sein, muß die Tauschfrist verlängert werden.

Stuttgart - Der Zusammenschluß zwischen Daimler-Benz und Chrysler ist nach Einschätzung von Daimler-Finanzvorstand Manfred Gentz perfekt. "Wir glauben jetzt schon sicher sagen zu können, daß wir über die 75 Prozent gekommen sind", sagte Gentz am Freitag in Stuttgart mit Hinweis auf den zu Ende gegangenen Aktienumtausch. "Wir haben eine erfreulich positive Resonanz gehabt."

Die Frist für den Umtausch von Daimler-Benz-Aktien im Rahmen der geplanten Fusion mit dem US-Konzern Chrysler wird möglicherweise verlängert. Ein Firmensprecher sagte, die US-Börsenaufsicht SEC verlange dies für den Fall, daß mit Ablauf der Frist am Freitag mittag die angestrebte Tauschquote von 90 Prozent erreicht worden sei. Für das Zustandekommen der Fusion müssen mindestens 75 Prozent der Aktien in Anteile der DaimlerChrysler AG getauscht werden. Sollte im ersten Anlauf die Quote über 75, aber unter 90 Prozent liegen, erwägt Daimler ebenfalls eine Verlängerung der Frist. Das Ergebnis soll am Montag mitgeteilt werden.

Für eine Daimler-Benz-Aktie erhalten die Eigner eine Aktie des neuen Konzerns. Werden mindestens 90 Prozent der Aktien getauscht, entfallen für Daimler sonst erforderliche Abschreibungen in Milliardenhöhe. Die Aktionäre sollen als Bonus bei Erreichen dieses Ziel für jeden Anteil zusätzlich 0,005 DaimlerChrysler-Aktien erhalten.

Zu der von der SEC verlangten Fristverlängerung für den Fall des Überschreitens der 90 Prozent-Quote schon im ersten Anlauf sagte der Daimler-Sprecher, die US-Börsenaufsicht würde in diesem Fall die Bonus-Aktien als geändertes Tauschangebot werten. In diesem Fall müsse die Tauschfrist um zehn Werktage verlängert werden.

Von dem Grundkapital der Daimler-Benz AG befanden sich bisher nach Angaben des Unternehmens rund 80 Prozent in den Händen von Großanlegern. Größte Aktionäre sind die Deutsche Bank mit rund 22 und der Staat Kuwait mit rund 13 Prozent.

Bei erfolgreichem Aktienumtausch wird durch den Zusammenschluß - gemessen am Umsatz - der drittgrößte Automobilhersteller der Welt entstehen. Chrysler und Daimler-Benz bleiben zunächst als Tochtergesellschaften der DaimlerChrysler AG bestehen. Daimler-Benz soll anschließend mit DaimlerChrysler verschmolzen werden. Die Aktionäre haben diese Verschmelzung im September bereits beschlossen.

Ein Daimler-Sprecher verwies erneut darauf, daß es für Daimler-Benz- Aktionäre, die ihre Aktien nun nicht tauschen würden, voraussichtlich eine geringere Dividende geben werde als für die Aktionäre der neuen DaimlerChrysler AG. Eine Verschmelzung von Chrysler auf die DaimlerChrysler AG ist nicht möglich. Das Unternehmen wird bei einem erfolgreichen Zusammenschluß als DaimlerChrysler Corp, eine 100prozentige Tochter der DaimlerChrysler AG, firmieren.

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