Opel Hanenberger raus, Burns rein

Das Personalkarussell bei Opel dreht sich weiter. Entwicklungschef Hanenberger ist für den Vorstandsvorsitz "so gut wie aus dem Rennen". Europa-Präsident Burns soll in den Aufsichtsrat.

Frankfurt/Main - Zur Beilegung der Führungskrise bei der Adam Opel AG zeichnet sich eine Paketlösung ab. Bereits auf der nächsten Aufsichtsratsitzung am Montag soll die Vorentscheidung über die neuen Spitzenmanager fallen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist der vom Alleinaktionär General Motors (GM) vorgesehene Entwicklungschef Peter Hanenberger für die Position des Vorstandsvorsitzenden "so gut wie aus dem Rennen".

Relativ sicher ist dagegen, daß der Europa-Präsident von GM, Michael Burns, in den Opel-Aufsichtsrat einzieht. Allerdings wird in Rüsselsheim nach dpa-Informationen ausgeschlossen, daß Burns auch zum Vorsitzenden dieses 20köpfigen Kontrollgremiums gewählt wird. Dieser Posten muß nach dem bisher noch unbestätigten Rücktritt von Hans Wilhelm Gäb ebenfalls neu besetzt werden. Burns ist erst seit Anfang September mit Sitz in Zürich für das europäische GM-Geschäft mit Pkw und leichten Nutzfahrzeugen zuständig.

Von weiten Teilen des Opel-Managements wird eine "deutsche Lösung" befürwortet. Damit ist der Wunsch verbunden, eine inländische Spitzenkraft zum Vorstandschef zu machen, der die Traditionsmarke auch in der Öffentlichkeit besser repräsentieren kann. Voraussichtlich am Montag nachmittag sollen die bis dahin getroffenen Personalentscheidungen veröffentlicht werden.

Der erst vor vier Monaten ausgeschiedene David Herman stammte ebenso aus dem Mutterkonzern wie sein Vorgänger Louis Hughes. Der am 19. Juni gestartete Gary Cowger soll aber schon wieder in die USA zurückkehren, um nach dem großen Streik das zerrüttete Verhältnis zur amerikanischen Automobilarbeitergewerkschaft UAW zu kitten.

Diese überraschenden Personalentscheidungen der Konzernmutter haben auch die jüngste Personalkrise ausgelöst, die schließlich zum Rücktritt von Gäb führte. Er hatte erst im Juli 1997 diese Position übernommen, um die widerstreitenden Interessen zwischen Opel und GM auszugleichen.

Vor allem die Absicht des Alleinaktionärs, den Opel- Entwicklungschef zum neuen Vorstandsvorsitzenden zu ernennen, ist in Rüsselsheim auf entschiedenen Widerstand der Arbeitnehmervertreter und Teilen des Managements gestoßen. Hanenberger ist in seiner Doppelfunktion als Executive Vice President für Fertigung und Entwicklung außerhalb Nordamerikas zuständig. Ihm wird die Hauptschuld für viele Qualitätsmängel sowie Defizite in der Modell- und der Sicherheitspolitik zugeschrieben.

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