Allianz Leben Das Interesse an der Riester-Rente wächst

Vor allem Abschlüsse mit Firmenkunden haben dem größten deutschen Lebensversicherer im ersten Halbjahr ein sehr gutes Neugeschäft beschert. Für das laufende Jahr erwartet die Allianz Leben insgesamt aber ein geringeres Neugeschäft. Die Riester-Rente verkaufte sich indes besser als erwartet.

Stuttgart - Der größte deutsche Lebensversicherer Allianz Leben  in Stuttgart registriert ein wachsendes Interesse an der staatlich geförderten Riester-Rente. "Wir haben bereits jetzt 25 Prozent mehr Verträge verkauft als im gesamten letzten Jahr", sagte Vorstandschef Gerhard Rupprecht am Dienstag in Stuttgart.

Im vergangenen Jahr hatte Allianz Leben 28.112 Riester-Renten verkauft. Bis Ende Juni waren es schon rund 35.000. Rupprecht ist überzeugt, dass "Zulagen von durchschnittlich mehr als 40 Prozent der Beiträge und die Verbesserungen durch das Alterseinkünftegesetz die Riester-Rente zu einem unverzichtbaren Baustein für die private Altersversorgung machen".

Die Allianz Leben hat ihre Beitragseinnahmen im ersten Halbjahr vor allem wegen hoher Einmalbeiträge zweistellig gesteigert. Die Einmalbeträge stammen vorwiegend von Firmenkunden, die ihre betriebliche Altersversorgung auslagern, sagte ein Allianz-Sprecher. Die gebuchten Bruttobeiträge kletterten gegenüber dem Vorjahr um 13,7 Prozent auf fast 5,7 Milliarden Euro, teilte Allianz Leben mit. Die Neubeiträge wuchsen um 14,8 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. "Nach dem herausragenden Neugeschäft 2004 übertrifft dieser Zuwachs unsere Erwartungen", sagte Rupprecht.

Geringeres Neugeschäft im laufenden Jahr erwartet

Den Anstieg begründete der Lebensversicherer insbesondere mit Einmalbeiträgen in Höhe von 1,36 Milliarden Euro. Das waren 56 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die laufenden Neubeiträge brachen hingegen um mehr als die Hälfte auf 204 (Vorjahr: 417) Millionen Euro ein. Ende vorigen Jahres waren Steuervergünstigungen für Lebensversicherungen, ein beliebtes Produkt zur Altersvorsorge, weggefallen. Der Branche hatte das Auslaufen dieser Vorteile 2004 einen Lebensversicherungsboom beschert.

Für das laufende Jahr erwartet der Marktführer in der privaten und betrieblichen Altersvorsorge ein geringeres Neugeschäft. Die Betragseinnahmen dürften 2005 laut Rupprecht "mindestens genauso stark wachsen" wie im Vorjahr. Denn die Vertragsabschlüsse aus dem Schlussquartal 2004 wirkten sich zum größten Teil erst im aktuellen Geschäftsjahr auf die Beitragseinnahmen aus. Die Stornoquote entwickle sich erfreulich. Sie sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 4,3 Prozent auf 3,7 Prozent gesunken, sagte Rupprecht.