HCI Capital Fondshaus geht an die Börse

Im eigenen Haus war die Idee umstritten. Doch jetzt ist der Weg auf das Parkett frei. Am 7. Oktober will Vorstandschef Harald Christ das Hamburger Emissionshaus HCI an die Börse bringen. Das verspricht auch für den Manager ein lukratives Geschäft zu werden.
Von Jonas Hetzer

Hamburg - Die Karriere von Harald Christ (34) verlief bislang im Zeitraffertempo. Binnen 15 Jahren brachte es der Mann aus Gimbsheim bei Worms vom einfachen Industriekaufmann erst zum Starverkäufer des Baufinanzierers BHW und später zum Vertriebsdirektor bei der Deutschen Bank.

Im zarten Alter von 30 wurde Christ im August 2002 Verkaufsleiter des Hamburger Emissionshauses HCI, dessen Vorstandschef er heute ist. Binnen drei Jahren machte er aus einem Nischenspieler den drittgrößten Initiator für geschlossene Fonds. Im vergangenen Jahr sammelte Christs Mannschaft 659 Millionen Euro bei zahlungskräftigen Anlegern ein; in der ersten Hälfte des laufenden Jahres waren es bereits 395 Millionen Euro.

Doch der Jungdynamiker aus Rheinhessen will mehr. Um für zukünftiges Wachstum ausreichend Kapital zu bekommen, soll HCI an die Börse gehen. Wie manager magazin aus Finanzkreisen erfuhr, wird es am 7. Oktober so weit sein. HCI wäre nach Branchenprimus MPC  erst das zweite Fondshaus, das den Schritt wagt. Allerdings planen auch die Wettbewerber Rothmann & Cie und Lloyd Fonds den Gang aufs Parkett.

Der Zeitpunkt erscheint günstig. Das Kerngeschäft von HCI, der Verkauf von Beteiligungen an Containerschiffen und Tankern, floriert - dank des anhaltenden Booms im weltweiten Handel.

Um dem zyklischen Frachtgeschäft weniger ausgesetzt zu sein, strebt Christ in neue Märkte. Er will bisherige Randaktivitäten wie Wagniskapital- oder Immobilienfonds stärken und die Produkte künftig auch im Ausland anbieten. In Österreich verkauft HCI bereits Fonds; eine Dependance in der Schweiz soll schon bald folgen. Die aggressive Wachstumsstrategie stieß bei HCI zunächst auf Widerstand.

Die Traditionalisten in der Geschäftsführung, Olaf Pankow (42) und Thomas Wenzel (42), befürchteten wohl, dass unter der Expansion die Produktqualität leiden könnte. Erst als die beiden Christ-Gegner im Jahr 2004 HCI verlassen hatten, war der Weg frei für den Börsengang.

Die Platzierung der HCI-Titel verspricht auch für Christ persönlich höchst lukrativ zu werden. Denn der CEO ist neben der ehemaligen HCI-Managerin Ursula Rössel, der knapp 70 Prozent von HCI gehören, mit einem Anteil von 24 Prozent größter Aktionär des Unternehmens.

Beide werden beim Börsengang einen Großteil ihrer Pakete losschlagen. Vom avisierten Emmissionserlös von gut 350 Millionen Euro dürften nur gut 100 Millionen Euro dem Unternehmen zugute kommen. Den Rest teilen sich Rössel und Christ.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.