Donnerstag, 20. Juni 2019

Kirchhofs Steuerreformkonzept Legalize it!

6. Teil: Ein erstes Fazit - verblüffend einfach

Ein erstes Fazit - verblüffend einfach

Das Kirchhof-Konzept ist verblüffend einfach, klar und geschlossen. Nur noch drei Steuern statt 31, das ist schon ein Wort. Der Vorschlag für die neue Einkommensteuer entspricht dem breiten Konsens, dass dort tüchtig aufgeräumt werden muss. Und dieses Konzept kann sich sehen lassen. Das fängt schon beim schieren Umfang des bereits fertigen Gesetzestexts an: Ein Einkommensteuergesetzbuch mit neun Abschnitten und insgesamt 23 Paragrafen, von denen keiner mehr als vier Absätze hat.

Raus aus dem Paragrafen-Dschungel: Reduzieren und vereinfachen lautet das Gebot von Finanzexperte Kirchhof
manager-magazin.de
Raus aus dem Paragrafen-Dschungel: Reduzieren und vereinfachen lautet das Gebot von Finanzexperte Kirchhof
Einzige Ausnahme ist eine Abschluss- und Übergangsregelung, die mit sieben Ziffern aber auch im Rahmen bleibt. Damit werden Einkommensteuergesetz, Körperschaftsteuergesetz, Teile der Abgabenordnung sowie weitere Verordnungen und Ausführungsbestimmungen ersetzt. Die Gewerbesteuer gibt es nicht mehr, die Vermögensteuer gibt es nicht wieder. Ohne etwas steuerjuristischen Sachverstand ist die Sache zwar nicht zu durchschauen - aber welches Gesetz kommt ohne Juristen aus?

Gut ist das Konzept, die Doppelbelastung bei Gewinnen von Gesellschaften und deren Beteiligten zu vermeiden. Besteuert wird nur bei der Gesellschaft, also nur einmal. Da der Steuersatz auf den Gewinn der Gesellschaft mit dem Einkommensteuersatz beim Gesellschafter identisch ist, ist eine Gleichbehandlung aller Investitionsformen hergestellt - egal wo der Gewinn erwirtschaftet wird, egal ob oder wann er ausgeschüttet wird, und, und, und.

© manager magazin 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung