Arbeitszimmer Geld vom Staat

Wenn es um das Arbeitszimmer in Privaträumen geht, haben Bundesbürger immer wieder Probleme mit ihrem Finanzamt. Dabei liegen alle Punkte auf der Hand, die für die Beurteilung und für die steuerliche Würdigung des Arbeitszimmers ausschlaggebend sind.

Ein Arbeitszimmer dient dem Zweck der Erzielung von Einkünften, wobei es unerheblich ist, ob diese durch selbstständige oder nicht selbstständige Arbeit erzielt werden. Das Zimmer muss nahezu ausschließlich für berufliche beziehungsweise gewerbliche Zwecke benutzt werden. Hierzu gehören beispielsweise auch Fortbildungsmaßnahmen, die der beruflichen Qualifikation nutzen.

Darüber hinaus muss der Raum zum häuslichen Bereich gehören. Gleichzeitig muss aber eine Trennung vom Wohnbereich vorliegen. Diese Trennung muss jedoch eindeutig sein: Eine Arbeitsecke innerhalb allgemein genutzter Räume zählt genauso wenig wie etwa eine durch einen Paravent abgetrennten Bereich eines sonst anderweitig genutzten Raumes. Ein Arbeitszimmer auf dem Speicher oder im Keller ist hingegen zulässig.

Ein Durchgangszimmer kann nur dann zum Arbeitszimmer werden, wenn der Weg durch dieses Zimmer auf den Balkon oder ins Schlafzimmer führt. Bei Prüfungen kontrolliert das Finanzamt auch, ob der verbleibende Wohnraum überhaupt zur privaten Nutzung ausreicht. Ist dies nicht der Fall, wird von einer Doppelnutzung des Zimmers ausgegangen und die Anerkennung als Arbeitszimmer verweigert.

Mieten Sie eigene Räumlichkeiten für ein Arbeitszimmer zusätzlich zur Wohnung, handelt es sich um ein Büro, dessen Kosten Sie zu 100 Prozent absetzen können.

Grundsätzlich können alle für das Arbeitszimmer anfallenden Kosten abgesetzt werden, wenn das Zimmer "im Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit" steht. Hierzu gehören auch die Heiz-, Strom und andere Nebenkosten, die anteilig auf Basis der Quadratmeterzahl berechnet und abgesetzt werden

Bis zur Höchstgrenze absetzen

Bis zur Höchstgrenze absetzen

Dabei muss nicht unbedingt der Zeitaufwand im Vordergrund stehen. So kann beispielsweise in einem Arbeitszimmer die Vorbereitung und Planung einer Tätigkeit durchgeführt werden, die Arbeiten werden aber - mit höherem Zeitaufwand - im Außendienst abgeschlossen. Dann kann es sein, dass das Finanzamt davon ausgeht, dass die im Arbeitszimmer durchgeführten Arbeiten für Ihren beruflichen Erfolg entscheidend sind und die Fiskusleute Ihr Arbeitszimmer steuerlich anerkennen.

Sollte dies nicht der Fall sein, so können Sie immerhin noch Kosten bis zu einer Höchstgrenze von derzeit 1250 Euro geltend machen. Dafür müssen Sie eine der beiden folgenden Voraussetzungen erfüllen: Sie verbringen mehr als die Hälfte Ihrer gesamten Arbeitszeit in dem häuslichen Arbeitszimmer. Oder für Ihre berufliche Tätigkeit steht kein anderer auswärtiger Arbeitsplatz zur Verfügung.

Gerade für Inhaber kleinerer Ladengeschäfte ist der zweite Aspekt interessant. Da im Geschäft kein Platz vorhanden ist, werden viele Verwaltungsaufgaben von zu Hause erledigt. Damit sind die Voraussetzungen erfüllt, und Sie können Auslagen bis zu 1250 Euro steuerlich geltend machen. Aber aufgepasst: Die 1250-Euro-Marke ist als Höchstbetrag zu verstehen, den Sie nur mit Belegen bis zu dieser Grenze geltend machen können. Es handelt sich also nicht um eine Pauschale.

Wird ein Arbeitszimmer von einer zweiten Person - beispielsweise dem Lebensgefährten - mitgenutzt, sind die Kosten nur einmal absetzbar. Wenn Sie und Ihr Partner beide lediglich die Voraussetzungen zur Absetzung von 1250 Euro erfüllen, müssen Sie diesen Betrag untereinander aufteilen.

Welche Kosten können nun genau abgesetzt werden?Grundsätzlich können die so genannten Raumkosten und die Ausstattungskosten abgesetzt werden. Bei den Raumkosten werden alle Kosten des laufenden Jahres addiert, wobei auch Voraus- oder Nachzahlungen berücksichtigt werden. Zu den Raumkosten gehören Miete, Gebäudeabschreibungen, Hypothekenzinsen, Mietnebenkosten und sonstige für die Wohnung anfallenden Kosten.

Vorsteuerabzug möglich

Vorsteuerabzug möglich

Zur Errechnung des Anteils an den Kosten für die gesamte Wohnung wird die Quadratmeterzahl im Verhältnis zur Gesamtfläche der Wohnung zu Grunde gelegt (siehe Beispielrechnung unten). Dabei werden Nebenräume wie der Keller, der Dachboden, Vorrats- und Trockenräume, Garagen und Ähnliches nicht berücksichtigt. Es sei denn, das Arbeitszimmer befindet sich im ausgebauten Bereich eines solchen Raumes. Dann zählt allerdings der gesamte Raum und nicht nur die Fläche des Arbeitszimmers.

Als Ausstattungskosten des Arbeitszimmers werden zusätzlich anerkannt: Bodenbelag wie beispielsweise Laminat oder Teppichboden, Beleuchtung, Tapeten, Renovierungs- und Reparaturkosten.

Falls Sie umsatzsteuerpflichtig sind, können Sie die Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen. Betrifft die Rechnung nur das Arbeitszimmer können Sie die komplette Vorsteuer im Rahmen der nächsten Umsatzsteuervoranmeldung geltend machen. Das ist etwa der Fall, wenn Sie Ihr Arbeitszimmer neu tapezieren.

Notfalls Einrichtungsgegenstände geltend machen

Handelt es sich um eine Rechnung, die das gesamte Haus betrifft wie beispielsweise eine Stromrechnung, so müssen Sie den für das Arbeitszimmer anfallenden Betrag herausrechnen. Geltend gemachte Vorsteuer muss von dem abzusetzenden Betrag abgezogen werden. Sie können die Vorsteuer auch dann geltend machen, wenn Sie den Netto-Rechnungsbetrag nicht mehr absetzen können. Das ist zum Beispiel immer dann der Fall, wenn die 1250-Euro-Grenze überschritten ist.

Wie darf das Arbeitszimmer eingerichtet sein? Wie bereits eingangs erläutert, muss das Arbeitszimmer ein abgeschlossener Raum sein, der nahezu ausschließlich für die beruflichen Zwecke genutzt wird. Entsprechend dürfen in diesem Raum auch grundsätzlich keine Gegenstände stehen, die für den Beruf nicht benötigt werden. Allerdings gibt es eine Reihe von Ausnahmen, die vom Bundesfinanzhof zugebilligt wurden. Im Zweifelsfalle erkundigen Sie sich bei Ihrem Finanzamt.

Arbeitszimmer: Wieviel Sie absetzen können


Mietkosten
für die Wohnung
750 Euro monatlich
Nebenkosten-
pauschale
250 Euro monatlich
Reinigungskosten
(Putzdienst)
150 Euro monatlich
Nachzahlung
Nebenkosten
aus dem Vorjahr
350 Euro
Gesamtkosten 14150 Euro
Größe der Wohnung 100 Quadratmeter
Größe
des Arbeitszimmers
15 Quadratmeter
Absetzbare Kosten
(14.150 x 15 : 100)
2123 Euro
(aufgerundet)

Selbst wenn Sie keine Berechtigung haben, ein Arbeitszimmer abzusetzen, können Sie dennoch bürotypische Einrichtungsgegenstände steuerlich geltend machen. Liegt der Nettopreis unter 400 Euro und sind die Gegenstände selbstständig nutzbar, so können diese sofort als geringwertiges Wirtschaftsgut abgeschrieben werden. In den anderen Fällen ist eine Abschreibung nach AfA zwingend.

Wenn sich das Arbeitszimmer in einem Gebäude oder einer Wohnung befindet, dessen Eigentümer man selbst ist, ist Vorsicht geboten. Ist das Arbeitszimmer größer als ein Fünftel der Wohnung oder beträgt sein Wert mehr als 20.500 Euro, so zählt das Zimmer zum Betriebsvermögen. Die Wertsteigerung ist dann bei Aufgabe des Arbeitszimmers oder Verkauf der Immobilie zu versteuern.

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