Expansion Carl-Zeiss-Gruppe füllt Kriegskasse auf

Geld ist dazu da, daß man's hat, wenn man's braucht: obwohl keine größere Übernahme anstehe, besorgten sich die Glashersteller nun 450 Millionen Mark.

Mainz - Ein Konsortium aus elf Banken hat der zu Carl Zeiss gehörenden Schott-Gruppe am Donnerstag einen Dauerkredit von 450 Millionen Mark eingeräumt. Wie das Unternehmen Schott Glas mitteilte, schloß es erstmals eine Vereinbarung über eine sogenannte Multi-Currency Revolving Credit Facility ab. Auch wenn derzeit "keine größere Übernahme" anstehe, wolle das Unternehmen im Bedarfsfall schnell und ohne größere Verhandlungen Geld zur Verfügung haben, sagte ein Firmensprecher. "Wir sind ja expansiv."

Die zur Carl-Zeiss-Stiftung gehörenden Unternehmensgruppen beabsichtigen den Angaben zufolge, erhebliche Mittel in den Ausbau bestehender Geschäfte und den Aufbau von Neugeschäften zu stecken. Beim Spezialglashersteller Schott lägen die Schwerpunkte auf den Gebieten Haustechnik, Rohr und Pharmaverpackung, bei Displayglas und Teilen für die Mikrolithographie. Die Carl-Zeiss-Gruppe wolle vor allem in Halbleitertechnik und Augenoptik investieren.

Bisher habe Schott bei größerem Geldbedarf kurzfristig auf die hauseigene Pensionskasse zurückgegriffen, erläuterte der Sprecher. Wegen einer veränderten Struktur der Firmenpensionen sei in dieser Kasse aber weniger Geld als früher. Den Kredit räumte ein Konsortium unter Führung der Deutschen Bank ein.

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