Samstag, 20. Juli 2019

Quartalsbericht "IBM ist wieder in Form"

Dank guter Geschäfte mit Software und Dienstleistungen hat der weltgrößte Computerkonzern IBM im zweiten Quartal deutlich mehr Gewinn erwirtschaftet. Der Verkauf der PC-Sparte und ein kartellrechtlicher Vergleich mit Microsoft spülten Sondergewinne in Milliardenhöhe in die Konzernkasse.

Armonk - IBM Börsen-Chart zeigen stand ganz unter dem Einfluss des Verkaufs seiner Personal-Computer-Sparte an den chinesischen PC-Hersteller Lenovo. Der Verkauf brachte einen Sondergewinn von 1,1 Milliarden. Außerdem erhielt IBM aus einem kartellrechtlichen Vergleich mit Microsoft Börsen-Chart zeigen 775 Millionen Dollar. Gleichzeitig fielen Sonderbelastungen für Restrukturierungen von 1,7 Milliarden Dollar vor Steuern an. Dabei ging es vor allem um einen weit reichenden Personalabbau.

IBM: Verkauf der PC-Sparte spült Milliarden in die Kasse
"Wir haben unser PC-Geschäft reibungslos an Lenovo übertragen, haben in Europa ein gestrafftes Managementsystem eingeführt und haben wichtige Teile der Gesellschaft im Hinblick auf zukünftiges Wachstum restrukturiert", erklärte Konzernchef Samuel J. Palmisano. IBM hat nach seinen Worten im zweiten Quartal "wieder Form erreicht".

IBM verdiente im zweiten Quartal aus dem laufenden Geschäft 1,85 Milliarden Dollar nach 1,74 Milliarden im Vorjahreszeitraum, das waren oder 1,14 (1,01) Dollar je Aktie. Unter Ausklammerung von Sonderfaktoren waren es 1,8 Milliarden Dollar oder 1,12 Dollar je Aktie. Die Wall Street war nur von einem Quartalsgewinn von 1,03 Dollar je Aktie ausgegangen.

Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 22,3 Milliarden Dollar. IBM hatte seine PC-Sparte Ende April verkauft. Im Quartalsumsatz des Unternehmens waren deshalb nur noch 557 Millionen Dollar PC-Umsätze enthalten. Klammert man das PC-Geschäft ganz aus, dann gab es gegenüber dem zweiten Quartal 2004 einen IBM- Umsatzanstieg von sechs Prozent.

Das Dienstleistungs- und Consulting-Geschäft, der Softwarebereich und die Geschäfte mit mittleren und kleineren Firmen entwickelten sich besonders gut. Der Dienstleistungsumsatz erhöhte sich um 6 Prozent auf zwölf Milliarden Dollar. Dies ist die mit Abstand wichtigste IBM-Sparte. Sie brachte mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes. IBM akquirierte Dienstleistungsaufträge im Wert von 14,6 Milliarden Dollar und hatte zum Quartalsende bei Dienstleistungen einen Auftragsbestand von 113 Milliarden Dollar.

Wegen des weggefallenen PC-Bereichs verzeichnete IBM in der Hardware-Sparte einen starken Umsatzrückgang von 25 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar. Die Software-Sparte steigerte den Umsatz um 10 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar.

Die Bruttogewinnmarge erhöhte sich in der Berichtszeit kräftig von 36,4 auf 39,4 Prozent. Das Unternehmen hatte zum Quartalsende 8,7 Milliarden Dollar liquide Mittel in der Kasse. Im zweiten Quartal kaufte IBM eigene Aktien im Gesamtwert von 1,6 Milliarden Dollar zurück.

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