Börsenfusion Amerikanisches Geduldsspiel

Die geplanten Börsenzusammenschlüsse in Amerika könnten sich verzögern. Wettbewerbshüter fürchten, dass der Markt für den US-Aktienhandel von nur zwei Börsengruppen dominiert wird. Jetzt schöpfen kleinere Regionalbörsen Hoffnung.

New York - Amerikas Wettbewerbshüter prüfen den geplanten Zusammenschluss zwischen den wichtigsten US-Börsen noch genauer. Das meldet die "Financial Times" heute. Nach Angaben von hohen Regierungsvertretern habe die Kartellbehörde des amerikanischen Justizministeriums bereits Informationen bei den beteiligten Firmen angefordert, die sich auf zusätzliche Themengebiete bezögen.

Nach Meinung der Wettbewerbshüter werde der geplante Zusammenschluss zwischen der Traditionsbörse New York Stock Exchange und ihrem bisherigen elektronischen Rivalen Achipelago auf der einen Seite sowie die angestrebte Fusion zwischen der Technologiebörse Nasdaq und der elektronischen Handelsplattform Instinet's auf der anderen, die ohnehin bereits hohe Konzentration im Aktienhandel Amerikas erneut steigern. Die Kartellwächter fürchten nach Angaben der "Financial Times", dass der Aktienhandel zu einem Zwei-Firmen-Markt verkomme.

Zugeständnisse an Regionalbörsen möglich

Einige Wall-Street-Großbanken erklärten allerdings, sie könnten jederzeit auf andere Handelsplätze ausweichen, sollte die New York Stock Exchange oder die Nasdaq ihre Marktmacht gegen sie ausspielen wollen.

Als mögliche Ausweichbörse gilt in der Branche die Philadelphia Stock Exchange. Die Wall-Street-Großbanken spekulieren auf niedrige Handelskosten durch die geplanten Zusammenschlüsse.

Beobachter rechnen nach Angabe der "Financial Times" dann auch nicht damit, dass die geplanten Börsenzusammenschlüsse platzen könnten. Wohl aber seien weitere Zugeständnisse der Großbörsen an kleinere, zumeist regional arbeitende Konkurrenten möglich.