Quartalszahlen Philips verkauft sich reich

Die holländische Traditionsfirma Philips hat im zweiten Quartal ihren Gewinn erhöht – allerdings nur auf den ersten Blick. Der Elektrokonzern verkaufte Beteiligungen für mehrere hundert Millionen Euro, die den Quartalsgewinn steigerten. An der Börse müssen Philips-Aktien Kursverluste hinnehmen.

Eindhoven - Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat im zweiten Quartal dank des Verkaufs von Beteiligungen seinen Gewinn auf Jahressicht gesteigert. Der Überschuss sei um rund 60 Prozent auf 983 Millionen Euro angewachsen, teilte Philips am Montag in Eindhoven mit. Die Erlöse hätten dagegen im gleichen Zeitraum um 2,7 Prozent auf knapp 7,1 Milliarden Euro abgenommen.

Der Gewinnzuwachs resultiere im Wesentlichen aus dem Verkauf von Aktien der Navteq Corp, der Philips einen steuerfreien Ertrag in Höhe von 753 Millionen Euro brachte. Der operative Gewinn brach den Angaben zufolge jedoch um mehr als die Hälfte auf 147 Millionen Euro ein.

Vorsichtige Jahresprognose

Der Umsatzrückgang im zweiten Quartal sei teilweise auf den schwachen US-Dollar, weitere Währungseffekte sowie Veräußerungen zurückzuführen. Auf vergleichbarer Basis seien die Erlöse um ein Prozent geschrumpft. "Das solide Wachstum in den Sparten Medizintechnik und Licht wurde zunichte gemacht durch Rückgänge in den Sparten Halbleiter und Mobile Display Systems", sagte Philips-Chef Gerard Kleisterlee.

Die Quartalszahlen zeigen nach Aussage von Marktteilnehmern ein gemischtes Bild. Das Nettoergebnis sei zwar oberhalb der von Analysten erwarteten 824 Millionen Euro ausgefallen. Allerdings müsse nun mit Blick auf die Anteilsverkäufe geschaut werden, wie profitabel die einzelnen Philips-Sparten tatsächlich waren. Der Ausblick lese sich weniger gut, hieß es auf dem Frankfurter Börsenparkett.

Kleisterlee hatte zuvor eine vorsichtige Prognose für das laufende Geschäftsjahr gegeben. Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher erschwere kurzfristig das Wachstum des Konzerns, hieß es. Der Bereich Verbraucherelektronik liege jedoch trotz der schwierigen Marktbedingungen im Plan, bis zum Jahresende eine Marge von 4,0 bis 4,5 Prozent zu erzielen. Für den Bereich Halbleiter erwarte Kleisterlee dagegen kurzfristig keine markante Verbesserung der Marktbedingungen.

An der Börse haben die Aktien von Philips  heute 2,8 Prozent ihres bisherigen Wertes verloren und kosten nunmehr gut 22 Euro.