Verkauf Bund hält keine Post-Anteile mehr

Der Bund hat sich von seinen verbliebenen Anteilen an der Deutschen Post getrennt. Am Montag übernahm die KfW-Bankengruppe die restlichen Anteile sowie ein weiteres Paket Telekom-Aktien. Dem Staatshaushalt fließen damit rund fünf Milliarden Euro zu.

Hamburg - Die staatseigene KfW-Bankengruppe gab am Montag den Kauf von jeweils 7,3 Prozent an der Deutschen Post  und der Deutschen Telekom  bekannt. "Der Post-Anteil des Bundes liegt jetzt bei null Prozent", sagte eine Sprecherin der Kreditanstalt für Wiederaufbau am Montag in Frankfurt. An der Deutschen Telekom sei der Staat noch mit 15,4 Prozent beteiligt.

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) fließen im Zuge der Transaktion rund fünf Milliarden Euro zu. Sie seien bereits im Haushalt 2005 eingeplant, teilte die KfW mit. Die Förderbank erwirbt die Aktien den Angaben zufolge mit einem Abschlag vom aktuellen Marktkurs. "Gleichzeitig erhält der Bund einen Besserungsschein, der ihm bei einem Weiterverkauf der Aktien an den Kapitalmarkt den Mehrerlös sichert", teilte die Förderbank mit. Zuletzt hatte der Bund im Dezember und im Januar Aktien von Telekom und Post bei der KfW geparkt.

Das so genannte Platzhaltergeschäft umfasst jeweils 7,3 Prozent des Aktienkapitals von Post und Telekom. Die KfW halte damit rund 44,7 Prozent (497,2 Millionen Aktien) an der Post sowie 22,1 Prozent (927,4 Millionen Aktien) an der Telekom, teilte die KfW mit. Die Sprecherin ließ offen, wann oder zu welchen Konditionen die Papiere platziert werden. Sie sollen jedoch möglichst marktschonend an institutionelle Anleger verkauft werden, um den Aktienkurs nicht einbrechen zu lassen.

Die Aktien der Deutschen Post und der Deutschen Telekom gaben am Montag jeweils um rund 0,30 Prozent nach. Die Bayerische Landesbank beurteilte den Verkauf positiv. "Der Verkauf bereitet mir kein Kopfzerbrechen - je geringer der Staatsanteil, desto besser", sagte Analyst Robert Gallecker. "Das Papier dürfte, je nachdem wie der Verkauf vonstatten gegangen ist, allenfalls kurzfristig unter Druck geraten."