IWKA Verlust droht, Aufsichtsrat geht

Der Maschinen- und Anlagenbauer IWKA hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Angesichts geringer Investitionen in der Autobranche werde es schwer, im laufenden Jahr ein positives Ergebnis zu erreichen, teilte das Unternehmen mit. Gleichzeitig kündigten alle sechs Aufsichtsräte ihren Rücktritt an.

Karlsruhe - Der Maschinen- und Anlagenbauer IWKA  hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt und ein umfangreiches Sparprogramm angekündigt. Es werde schwer, in diesem Jahr ein positives Ergebnis zu erreichen, teilte die Gesellschaft am Freitag in Karlsruhe mit. Im vergangenen Jahr wies IWKA einen Überschuss von 49 Millionen Euro aus.

Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, der Aufsichtsrat wolle bis spätestens Ende Oktober eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, auf der alle sechs Anteilseignervertreter ihr Mandat niederlegen wollen.

Hintergrund der Gewinnwarnung sind die rückläufigen Investitionen der Autobranche, die das Ergebnis der Geschäftsbereiche Automobiltechnik und Robotertechnik unter das Niveau des Vorjahres drücken werden. Zudem hätten die Spekulationen über eine Aufspaltung von IWKA zur Zurückhaltung bei den Kunden geführt, sagte ein Konzernsprecher. "Die Zerschlagungsspekulationen führen zur Verunsicherung." Der Auftragseingang sei daher zurückgegangen, sagte er ohne Details zu nennen. Das operative Konzernergebnis werde positiv sein.

IWKA will nun die Kosten bei ergebnisschwachen Geschäftsfelder drücken: So kündigte der Vorstand eine Sanierung der Ex-Cell-O-Gruppe an, die zur Automobilsparte von IWKA gehört. Dies werde zu einer Belastung in zweistelliger Millionenhöhe führen. Zu Details des Sparprogramms machte der Sprecher keine Angaben. Einen Stellenabbau schloss er nicht aus. Zudem werden ein Verkauf der Gruppe und andere Optionen geprüft. Auf der Hauptversammlung Anfang Juni hatte das Unternehmen angekündigt, alle ergebniskritischen Konzerngesellschaften auf den Prüfstand zu stellen.

Offen ist weiterhin die Suche nach einem Vorstandsvorsitzenden. Es gebe noch keine Neuigkeit in dieser Frage, sagte der IWKA-Sprecher. Hans Fahr war kurz vor Beginn der Hauptversammlung am 3. Juni auf Druck ausländischer Großaktionäre zurückgetreten. Er hatte damit die Konsequenzen vor allem aus der Dauerkritik des US-Investors Guy Wyser-Pratte gezogen. Dieser hatte dem Vorstand Erfolglosigkeit vorgeworfen und eine Konzentration auf die Robotertechnik gefordert.