Samsung Electronics Im Wellental

Fallende Preise für wichtige Speicherchiparten haben den Gewinn des südkoreanischen Unternehmens Samsung Electronics unerwartet kräftig fallen lassen. Selbst der bessere Ausblick auf die kommenden Monate kann dem Aktienkurs des Unternehmens heute nicht mehr helfen – es geht bergab.

Seoul - Beim weltgrößten Speicherchiphersteller Samsung Electronics  sind die Quartalsergebnisse wegen einer flaueren Nachfrage, niedrigeren Chippreisen sowie Währungseffekten teils unerwartet deutlich gesunken. Für das laufende zweite Halbjahr zeigte sich die Gesellschaft zuversichtlich.

Grund für die schlechtere Geschäftslage waren sinkende Preise für wichtige Chiparten. So sackte beispielsweise der durchschnittliche Verkaufspreis für DRAM-Speicherchips verglichen mit dem ersten Quartal um 20 Prozent auf rund 3 US-Dollar. NAND-Flash-Chips verbilligten sich um 7 Prozent auf rund 7 Dollar. Deshalb verbuchte die Halbleiter-Sparte zweiten Jahresviertel gegenüber dem Vorquartal einen operativen Gewinneinbruch um 21 Prozent auf 1,10 Billionen südkoreanische Won (869.752 Euro).

Der Bereichsumsatz sank um 7 Prozent auf 4,17 Billionen Won (3,3 Millionen Euro). Die operative Gewinnmarge verschlechterte sich auf 27 Prozent nach 31 Prozent im Vorquartal sowie 47 Prozent ein Jahr zuvor.

Samsung Electronics gehört zum Samsung-Konzern  und ist darin für die Geschäftsbereiche Halbleiter, Mobiltelefone, Unterhaltungselektronik und Flachbildschirme verantwortlich.

"Solides Ergebnis" führt zu Kursverlusten

Samsung Electronics erwartet angesichts sinkender Wechselkurse der südkoreanischen Währung Won bald wieder steigende Gewinne. "Im dritten Quartal werden sich die meisten Sparten verbessern", sagte der Samsung-Manager Chu Woo-Sik. Er rechnet zudem mit einer weltweit höheren Nachfrage nach Mobiltelefonen im laufenden Jahr als bisher angenommen. Samsung ist die aktuele Nummer drei unter den Handyherstellern.

Der ehemalige Siemens-Konkurrent stockte seine Absatzprognose für die Branche von 700 auf 720 Millionen Handys auf. Diese Zahl nannte am Freitag auch der weltweit sechstgrößte Handyproduzent Sony Ericsson. "Ungeachtet des herausfordernden Marktumfelds vor allem bei der Nachfrage nach Informationstechnik ist das Ergebnis solide", sagte Samsung-Manager Chu Woo-Sik. "Gegen Ende des Quartals lief es bereits viel besser."

Die Börsenhändler konnte Chu Woo-Sik mit seiner Prognose nicht beeindrucken. Die in Deutschland erhältlichen American Depositary Receipts des Unternehmens müssen derzeit ein Minus in Höhe von 3,1 Prozent auf 143,10 Euro hinnehmen.