Citigroup Späte Strafe nach großem Deal

Die Citigroup hat im vergangenen Jahr europäische Staatsanleihen im Wert von elf Milliarden Euro in kürzester Zeit auf den Markt geworfen und an den folgenden Marktpreisschwankungen gut verdient. Jetzt muss sie den Gewinn allerdings zurückzahlen - zusätzlich zu einer Millionenstrafe.

Hamburg - Die britische Finanzmarktaufsicht Financial Services Authority, kurz FSA, hat der Citigroup  eine Geldbuße in Höhe von 13,9 Millionen Britischer Pfund für ein umstrittenes Anleihengeschäft im Jahr 2004 auferlegt. Das weltgrößte Bankhaus muss vier Millionen Britische Pfund Strafe zahlen sowie 9,96 Millionen Pfund erzielter Gewinne zurück erstatten, teilte die Behörde heute mit.

Die FSA hatte im August 2004 Ermittlungen bei der Citigroup-Tochter Citigroup Global Markets aufgenommen, die unter anderem für das weltweite Anleihengeschäft der Firma verantwortlich ist.

Am 2. August vergangenen Jahres hatte diese Konzernsparte in weniger als zwei Minuten Staatsanleihen der Eurozone im Wert von elf Milliarden Euro über das elektronische Handelssystem der MTS SpA verkauft. Auf Grund des Massenverkaufs gaben die Kurse der betroffenen Staatsanleihen nach.Eine halbe Stunde später kaufte die Citigroup dann aber die gleichen Papiere im Volumen von vier Milliarden Euro zu einem niedrigeren Kurs zurück.

Marktmacht ausgenutzt

Die Transaktion hatte am Markt für Unruhe gesorgt und vielen Banken Verluste beschert. Zudem führte sie zur Handelsunterbrechung. Citigroup habe diese Strategie vorsätzlich und ohne Rücksicht auf die Folgen umgesetzt, kritisiert die FSA das Verhalten der Bank am Dienstag.

Die Citigroup hat ihre internen Kontrollen nach eigenen Angaben mittlerweile verschärft. "Wir bedauern, das das geschehen konnte, weil es nicht unseren hohen Anforderungen entsprach, und weil es den Ruf von Citigroup beschädigt hat", sagte der zuständige Citigroup-Manager William Mills.

Die Geldbuße der FSA ist die erste nennenswerte Strafe für das umstrittene Anleihengeschäft der amerikanische Großbank. In Deutschland hatte die Staatsanwaltschaft gleich abgewunken, als die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ein Ermittlungsverfahren wegen angeblicher Kursmanipulation forderte.

Auch die Terminbörse Eurex hatte die Citigroup nur mit einer symbolischen Strafe in Höhe von gerade mal 5000 Euro belegt, weil einer der beteiligten Citigrouphändler bei der Abwicklung des umstrittenen Anleihegeschäfts keine ordnungsgemäße Anmeldung zum Handelssystem der Eurex gehabt habe.