Börsenschluss Dax schließt auf Tageshoch

Angetrieben vom leicht sinkenden Ölpreis und steigenden Optimismus der US-Verbraucher hat der Dax am Dienstag auf Tageshoch geschlossen. Händler warnten allerdings vor einer Überbewertung der Kursgewinne. Gefragt waren vor allem Adidas und Puma.

Frankfurt - Ein leichter Rückgang der Ölpreise an den Terminmärkten hat den deutschen Aktien am Dienstag eine moderate Erholung beschert. Der Dax  stieg um 0,7 Prozent 4557Punkte. Der MDax  stieg um 0,90 Prozent auf 6287 Zähler. Der TecDax  rückte um 0,98 Prozent auf 539 Punkte vor. Zum Handelsschluss in Europa wurde der Dow Jones  0,7 Prozent fester mit 10.365 Punkten notiert, während der Nasdaq Composite  0,8 Prozent auf 2062 Punkte gewann.

Börsianer warnten allerdings vor einer Überbewertung der Kursgewinne, da der Ölpreis mit etwa 60 Dollar für ein Barrel (159 Liter) US-Öl immer noch sehr hoch sei. Die Umsätze seien relativ gering. Vor der Vertrauensabstimmung im Bundestag am Freitag, mit der Bundeskanzler Gerhard Schröder Neuwahlen anstrebt, hielten sich offenbar viele Anleger zurück.

Unterstützung bekamen die Aktien vom unerwartet deutlichen Anstieg des Index des Verbrauchervertrauens in den USA im Juni, der so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr ausfiel. Mit Spannung warteten die Finanzmärkte nun auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) am Donnerstag. Zwar gilt eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf dann 3,25 Prozent als ausgemachte Sache. Doch ist umstritten, ob die Fed in ihrem Kommentar eine baldige Zinspause ankündigen wird oder nicht.

Adidas und Puma machen Vortagesverluste wieder wett

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten mit einem Kursanstieg von gut 2 Prozent auf 56,09 Euro die Aktien von Linde , die von technischen Faktoren profitierten. "Nachdem die Aktie die Unterstützung bei 55 Euro verteidigt hat, ist Kaufinteresse reingekommen", sagte ein Händler. Die Aktien des Gabelstapler- und Industriegasekonzerns hatten Mitte Juni ein Sechsjahreshoch erreicht. Gewinnmitnahmen hatten die Aktien bis Montag kontinuierlich gedrückt.

In der Gunst der Anleger ganz oben standen zudem die Aktien der beiden Sportartikelhersteller Adidas  und Puma , die am Vortag im Sog eines mit Enttäuschung aufgenommenen Zwischenberichts des US-Konkurrenten Nike  zu den größten Verlierern gehört hatten. Adidas stiegen um gut ein Prozent auf 139,50 Euro, die im MDax notierten Titel von Puma um 1,7 Prozent auf 204,51 Euro.

Gerüchte belasten Siemens-Aktie

Gerüchte um eine angeblich bevorstehende Gewinnwarnung belasteten den Aktienkurs von Siemens , obwohl Händler den Spekulationen wenig Glauben schenkten. Dennoch gingen Siemens mit einem Abschlag von 0,2 Prozent aus dem Handel.

Spekulationen über eine angebliche Platzierung von mehr als drei Millionen Aktien drückten den Eon -Kurs fast auf das Vortagesniveau. Zum Handelsschluss notierten die Aktien mit 72,80 (plus 0,18) Euro etwas höher. Das bayerische Finanzministerium wies Spekulationen zurück, die Citigroup habe für den Freistaat Aktien platziert.

ThyssenKrupp kann erneut punkten

Wie am Vortag waren die Stahlwerte ThyssenKrupp  im Dax mit einem Plus von gut einem Prozent und Salzgitter  im MDax mit fast 5 Prozent gesucht. Beide Konzerne hatten sich zum Wochenbeginn zuversichtlich über den Geschäftsverlauf und die Branchenkonjunktur geäußert.

Stada profitieren weiter von Spekualtionen

Die Aktien des Generikaherstellers Stada  profitierten weiter von Übernahmephantasie und stiegen um gut 5 Prozent auf 31 Euro. Wie in der Vorwoche aus Finanzkreisen bekannt geworden war, will Stada mit Hilfe von Investmentbanken ein mögliches Übernahmeinteresse anderer Pharmakonzerne prüfen.

Außerhalb der Indizes gehörten die Aktien des Triebwerksherstellers MTU Aero Engines  mit einem Plus von fast 4 Prozent auf 24,15 Euro zu den Gewinnern. Eine Kaufempfehlung und ein Großauftrag seien bei den Investoren gut angekommen, sagte ein Händler.

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere bei 2,88 Prozent. Der Rex-Rentenindex sank um 0,08 Prozent auf 123,38 Punkte. Der Bund Future gab um 0,30 Prozent auf 123,22 Zähler ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro auf 1,2095 (Montag 1,2164) Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8268 (0,8221) Euro. Gegen 18.50 Uhr wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,2073 Dollar gehandelt.