Morgan Stanley Rechtskosten sorgen für Gewinneinbruch

Die US-Investmentbank Morgan Stanley kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Rücktritt ihres Konzernchefs musste das Finanzinstitut jetzt einen massiven Gewinnrückgang im zweiten Quartal bekannt geben. Hohe Kosten für Rechtsfälle, vor allem im Zusammenhang mit der Pleite des Parmalat-Konzerns, belasteten die Bilanz.

New York - Die wegen ihres umstrittenen Konzernchefs in die Schlagzeilen geratene amerikanische Investmentbank Morgan Stanley  hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2004/2005 einen starken Gewinnrückgang verbucht. Es wirkten sich "schwierige Marktkonditionen" und hohe Kosten für Rechtsfälle aus. Es gab in allen Sparten rückläufige Vorsteuergewinne.

Konzernchef Philip J. Purcell hatte sich kürzlich dem Druck von ehemaligen Spitzenmanagern sowie von Investoren gebeugt und seinen Rücktritt angekündigt. Bis spätestens März 2006 soll ein Nachfolger gefunden sein. Es waren zwischenzeitlich bei Morgan Stanley serienweise wichtige Führungskräfte abgewandert.

Morgan Stanley mit Sitz in New York verdiente in dem am 31. Mai beendeten Quartalsabschnitt nur noch 928 Millionen Dollar. Dies bedeutete einen Rückgang um 24 Prozent gegenüber der entsprechenden Vorjahreszeit, teilte Morgan Stanley am Mittwoch mit. Der Quartalsgewinn pro Aktie fiel im Vorjahresvergleich von 1,10 auf 0,86 Dollar.

Es gab vor allem im Zusammenhang mit dem Kollaps der italienischen Firma Parmalat Rechtskosten von insgesamt 140 Millionen Dollar. Morgan Stanley hat seine Rückstellungen für gerichtlich angeordneten Schadenersatz an den US-Milliardär Ronald Perelman von 1,45 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der US-Firma Sunbeam hingegen nicht erhöht.

Der Halbjahresgewinn lag mit 2,3 Milliarden Dollar rund 5 Prozent niedriger als in den ersten sechs Monaten des vorangegangenen Geschäftsjahres. Morgan Stanley behielt aber die weltweite Führungsposition bei Übernahme- und Fusionsgeschäften und war bei Erstemissionen, also Börsengängen, die globale Nummer zwei.

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