Entflechtung Münchener Rück verkauft Coba-Paket

Der weltgrößte Rückversicherer baut seine Beteiligungen im Finanzsektor weiter ab. Hatte die Münchener Rück erst vor wenigen Wochen ein großes Aktienpaket an der Allianz veräußert, trennte sich der Konzern nun von zwölf Millionen Titeln der Commerzbank.

München - Die Münchener Rück  hat ihren Anteil an der Commerzbank (Coba) reduziert und damit den Abbau seiner großen Beteiligungen an Finanzunternehmen fortgesetzt. "Wir haben von gestern auf heute außerbörslich rund zwölf Millionen Commerzbank-Aktien verkauft", sagte eine Sprecherin des Rückversicherers am Mittwoch in München.

Damit halte die Münchener Rück nun noch knapp 5 Prozent an der Frankfurter Großbank, nachdem der Anteil zu Jahresbeginn noch sieben Prozent betragen hatte. Die Aktien seien zu einem marktnahen Preis an institutionelle Investoren verkauft worden. Gemessen an den jüngsten Kursen hatte das Geschäft ein Volumen von gut 220 Millionen Euro. Aktien der Commerzbank  konnten ihre Verluste im Laufe des Vormittags auf rund 0,50 Prozent bei 18,60 Euro reduzieren. Papiere der Münchener Rück  stiegen bis 11.34 Uhr rund ein halbes Prozent auf 91,06 Euro an.

Der weltgrößte Rückversicherer baut seit längerem seine einst riesigen Beteiligungen im Finanzsektor ab, um die Risiken für seine eigene Bilanz zu verringern. Erst Ende Mai hatte die Münchener Rück ein weiteres Aktienpaket des Finanzkonzerns Allianz  verkauft und für die vier Millionen Aktien nach Einschätzung von Analysten einen Buchgewinn von bis zu knapp 200 Millionen Euro erzielt.

An der Allianz ist die Münchener Rück immer noch mit rund 8 Prozent beteiligt. Neben der Commerzbank-Beteiligung ist die Münchener Rück mit 18,3 Prozent auch größter Aktionär der Münchener Großbank HypoVereinsbank , die von der italienischen Unicredito Italiano  übernommen werden soll. Die Münchener Rück hat die Fusion indirekt im Grundsatz begrüßt, aber ihr Vorgehen bei dem anstehenden Umtauschangebot von UniCredito für die HVB-Anteile bislang nicht bekannt gegeben.

Zu dem Buchgewinn aus dem Verkauf der Commerzbank-Aktien am Mittwoch machte die Münchener-Rück-Sprecherin keine Angaben. Sie verwies darauf, dass ein Teil der Papiere von Unternehmen der Erstversicherungstochter Ergo stammten, so dass ein Teil der Buchgewinne ohnehin an die Kunden zurückflössen.

Analyst Konrad Becker vom Bankhaus Merck Finck sagte, bei dem Münchener-Rück-Aktionären komme unter dem Strich sicher kein Buchgewinn von mehr als 50 Millionen Euro an. Den Verkauf wertete er zudem als möglichen Hinweis darauf, dass die Münchener Rück auf absehbare Zeit nicht mit einem Übernahmeangebot für die Frankfurter Bank rechne. Nach der Vereinbarung der Fusion der HVB mit UniCredito hatten Analysten erklärt, dass nun auch weitere Bankenfusionen denkbar würden.

Nach Angaben von Händlern wurden die Commerzbank-Aktien aus dem Besitz der Münchener Rück von dem US-Finanzkonzern Citigroup  in einer Spanne von 18,66 bis 18,72 Euro platziert.

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