Autotitel Analysten bei DaimlerChrysler gespalten

Nach einem schwachen Auftakt haben Autoaktien am Mittwoch deutlich an Boden gewonnen. Größter Gewinner war Porsche. Auch Volkswagen legte kräftig zu. Bei DaimlerChrysler scheiden sich aber die Analysten-Meinungen. Während CSFB zu Gewinnmitnahmen rät, sehen andere Experten den Titel nach wie vor als "Kauf".

Frankfurt am Main - Nach einem schwachen Start haben die Aktien deutscher Autobauer - mit Ausnahme von DaimlerChrysler - bis zum Handelsschluss ins Plus gedreht. Am Vormittag hatten Händler die Abschläge noch auf mehrere Faktoren zurückgeführt. So belaste die Gewinnwarnung von Ford  und der daraufhin von der Schweizer Bank CSFB erteilte Rat, Gewinne bei DaimlerChrysler  mitzunehmen. Zudem gebe es eine leichte Erholung beim Euro, dessen jüngste Schwäche den exportorientierten Autowerten zu Kursgewinnen verholfen habe, hieß es weiter.

Papiere von Volkswagen , die mit Verlusten gestartet waren, schlossen am Abend mit einem Plus vopn 1,5 Prozent bei 38,35 Euro. Titel von BMW  drehten ebenfalls deutlich ins Plus gedreht und verteuerten sich um 1,1 Prozent auf 37,42 Euro. Allen voran fuhhr der Sportwagenbauer Porsche , der zeitweilig rund 1 Prozent verloren hatte, zum Handelsschluss aber mit plus 2,1 Prozent bei 627 Euro notierte. Lediglich die Anteilsscheine von DaimlerChrysler  verbuchten ein Minus von 0,4 Prozent auf 34,13 Euro.

CSFB rät zu Gewinnmitnahmen

Ford hatte am Vorabend erneut die eigene Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr auf 1,00 bis 1,25 Dollar je Aktie gesenkt. Bisher war Ford vor Sonderposten von einem Gewinn im fortgeführten Geschäft zwischen 1,25 und 1,50 Dollar ausgegangen. Ford begründete die reduzierte Prognose mit schlechteren Verkaufsaussichten auf dem nordamerikanischen Automarkt und Problemen bei Zulieferern.

Die CSFB riet daraufhin zu Gewinnmitnahmen bei DaimlerChrysler und betonte, dass die Gewinnwarnung von Ford wieder zunehmende Risiken in den USA signalisiere. Die Aktien seien seit einer "Trading Buy"-Empfehlung der CSFB um 12 Prozent gestiegen und hätten sich bis auf 5 Prozent dem Kursziel genähert. Fundamental bleibe die Empfehlung der CSFB "Neutral" mit dem Kursziel 36,00 Euro.

HVB und Sal. Oppenheim raten zum "Kauf"

Die HypoVereinsbank (HVB) sah in einer Studie dagegen von der Gewinnwarnung von Ford keinen Einfluss auf DaimlerChrysler. Die Schwierigkeiten bei Ford seien sehr speziell und auf Zuliefererprobleme zurückzuführen. Die HVB sei nicht sehr besorgt über die leichte Prognoseabsenkung von Ford, zumal der Markt sowieso von einem Ergebnis je Aktie von 1,15 Dollar in diesem Jahr ausgegangen sei. Die HVB bestätigte DaimlerChrysler mit "Kaufen" und einem Kursziel von 39 Euro.

Die Analysten von Sal. Oppenheim hatten am Vortag die Aktie von DaimlerChrysler  ebenfalls mit "Kaufen" bestätigt und das Kursziel von 36 Euro unverändert gelassen. DaimlerChrysler befinde sich in einem schwierigen Jahr. Doch die gegenwärtigen Änderungen in der Produktpalette sollten einen positiven Effekt haben, schrieben die Analysten. Ebenso wie DaimlerChrysler selbst wollte die Bank Berichte nicht kommentieren, denen zufolge der Autobauer seinen operativen Gewinn bis 2008 verdoppeln wolle.

Goldman Sachs: Schwacher Euro hilft Autobauern

Die Analysten von Goldman Sachs hatten am Montag ihre Gewinnschätzungen mit Ausnahme von Porsche für alle deutschen Autobauer leicht angehoben. Sie begründeten die Anhebung mit den verbesserten Exportmöglichkeiten in Folge der Euro-Schwäche. Basierten die bisherigen Schätzungen auf einem Euro-Kurs von 1,30 Dollar, unterstellten sie nun ein Wechselkursverhältnis von 1,20 Dollar je Euro. Bei DaimlerChrysler erwarten die Experten in diesem Jahr einen Gewinn je Aktie (EPS) von 2,05 Euro (2,00). Für 2006 sehen sie das EPS nun bei 3,70 Euro (3,45 Euro).

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.