Anleihegeschäft Citigroup muss nur 5000 Dollar zahlen

Das umstrittene Anleihegeschäft, bei dem Händler der Citigroup einen Kurssturz ausgelöst hatten, bleibt für die US-Bank in Deutschland folgenlos. Die Terminbörse Eurex hat ihre Untersuchungen eingestellt - und der Citigroup lediglich für eine Formalie eine Strafe von 5000 Dollar aufgebrummt.

Frankfurt am Main - Der Sanktionsausschuss der Terminbörse Eurex sieht bei der umstrittenen Anleihe-Transaktion der Citigroup vom vergangenen Sommer keine Regelverstöße des weltgrößten Finanzkonzerns. Der Eurex-Ausschuss habe die Citigroup in allen Punkten entlastet, teilte die New Yorker Bank mit.

Verstöße gegen die Handelsprinzipien habe es demnach nicht gegeben. Die Bank müsse aber eine Strafe von 5000 Euro zahlen, weil ein Händler nicht korrekt angemeldet gewesen sei. Alle Untersuchungen in Deutschland seien nun beendet, hieß es weiter.

Ein Pressesprecher der beim hessischen Wirtschaftsministerium angesiedelten Börsenaufsicht bestätigte, dass das Verfahren damit ordnungsgemäß abgeschlossen sei. Eine weitere Kommentierung sei nicht Aufgabe der Börsenaufsicht. Der Sanktionsausschuss der Eurex lehnte einen Kommentar ab. Nach dem Gesetz sei es dem Gremium nicht gestattet, seine Entscheidungen öffentlich zu machen, hieß es im Umfeld des Ausschusses.

Bei dem umstrittenen Geschäft hatte die Citigroup im August 2004 innerhalb von zwei Minuten Anleihen im Wert von 12,4 Milliarden Euro verkauft und damit vorübergehend einen Preisverfall ausgelöst. Kurze Zeit später deckte sich die Bank wieder für 3,8 Milliarden Euro ein. Dabei hat die Citigroup nach Schätzungen der deutschen Wertpapieraufsichtsbehörde BaFin einen Gewinn von 17,5 Millionen Dollar erzielt.

Die Citigroup begrüßte die Entscheidung. Sie hatte stets alle Vorwürfe bestritten, die Transaktion aber bedauert. Die beschuldigten Händler waren vom Dienst freigestellt worden. Ihre Zukunft sei weiter unklar, sagte eine Sprecherin der Citigroup. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Untersuchungen gegen die Citigroup gibt es im gleichen Zusammenhang noch in Großbritannien und Italien. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hatte im März 2005 entschieden, nicht gegen Angestellte der Bank wegen des Straftatbestands der Marktmanipulation vorzugehen.