Märkte Dax gibt Gewinne ab

Gegenwind aus Übersee und geringe Umsätze: An der Frankfurter Börse haben heute nur wenige Aktien größere Kursgewinne verbuchen können. Die wichtigsten Börsenbarometer schlossen deshalb nahe ihres Vortagesniveaus. Im Fokus des Handelsgeschehens standen die Aktien der Banken und der Deutschen Post.

Frankfurt am Main - Kaum Bewegung am deutschen Aktienmarkt: Der Aktienleitindex Dax  büßte heute 0,18 Prozent seines Indexstandes ein und ging mit 4591 Punkten aus dem Handel; seit Ende April hatte er um mehr als 10 Prozent zugelegt. Der MDax  der mittelgroßen Werte verlor minimale 0,04 Prozent auf rund 6200 Zähler. Und der Technologieindex TecDax  sank ebenso knapp um 0,05 Prozent auf gut 536 Punkte.

"Die Vorgaben aus New York waren eher mäßig, uns fehlten Impulse für weitere Kursgewinne", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Am Vorabend hatte der US-Leitindex Dow Jones den Handel deutlich unter seinem Tageshoch geschlossen zudem waren die US-Einzelhandelsumsätze mit einem Minus in Höhe von 0,5 Prozent verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum deutlich schwächer als erwartet ausgefallen.

Größter Gewinner im Dax waren in Frankfurt am Main heute die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC)  mit einem Plus in Höhe von 3,1 Prozent auf 68,20 Euro. Händler verwiesen auf eine Konferenz über Gesundheitsfürsorge, die von einer US-Investmentbank veranstaltet wird. "FMC soll sich dabei gut präsentiert haben", sagte ein Händler. Derweil drehten die Tui-Titel  knapp ein Prozent ins Minus, nachdem das Bundeskartellamt Durchsuchungen bei den vier größten deutschen Ferienfluggesellschaften wegen des Verdachts einer kartellrechtswidrigen Absprache bei der Kündigung von Reisebüroverträgen bestätigt hatte. Dazu zählte auch Tui.

Sucht Commerzbank nach Fusionspartnern?

In den Fokus der Händler gerieten zudem viele Bankaktien. Commerzbank-Titel  legten um 2,1 Prozent auf 18,65 Euro zu. Das Geldhaus sucht einem Pressebericht zufolge auf dem deutschen Markt nach möglichen Partnern. "Die Bank kann auch alleine stehen. Wenn sich aber die Möglichkeit einer innerdeutschen Lösung ergäbe, würden wir das bevorzugen", zitiert die "Financial Times Deutschland" aus dem Führungszirkel des Unternehmens. Dabei hält Konzernchef Klaus-Peter Müller den Informationen der Zeitung zufolge vor allem eine Kombination mit einer Landesbank für attraktiv.

Hohe Handelsumsätze verzeichneten heute die Aktien der Deutschen Post . Die staatliche Förderbank KfW hatte Aktien des Logistikunternehmens im Wert von 2,4 Milliarden Euro an Großanleger verkauft. Mit einem Streubesitz von erstmals über 50 Prozent befindet sich der frühere Brief-Monopolist nunmehr nicht mehr mehrheitlich in Staatsbesitz. Deutsche-Post-Aktien lagen heute mit kanpp 0,7 Prozent im Minus, bei 19 Euro.

Linde größter Dax-Verlierer

Linde größter Dax-Verlierer

Ebenfalls beachtlich schlugen sich die Aktien von ThyssenKrupp , DaimlerChrysler  und Altana , die um 0,69 Prozent, 0,59 Prozent und 0,29 Prozent zulegen konnten, auf nunmehr 14,70 Euro, 34,20 Euro und 48,25 Euro.

Größter Verlierer im Dax waren dagegen die Aktien von Linde  mit einem Abschlag von mehr als 1,5 Prozent auf 58,30 Euro. Händler sahen eine Gegenbewegung, nachdem die Aktien zuletzt stark gestiegen waren.

Im MDax setzten sich die Anteilsscheine von Krones  mit Plus 4,55 Prozent auf 92 Euro heute an die Spitze aller MDax-Aktien. MG Technologies  ging mit Plus 4,1 Prozent und einem Kurs von rund 10 euro aus dem Handel. Und Stada  legte mit Plus 1,5 Prozent auf 26,10 Euro ebenfalls deutlich zu. Der Arzneimittelhersteller hat seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigt.

Wall Street startet freundlich

"Umsatz und Ertrag werden in der für uns üblichen Dimension steigen, nämlich prozentual zweistellig", sagte der Vorstandsvorsitzende Hartmut Retzlaff auf der Hauptversammlung in Frankfurt.

Die in den vergangenen Handelstagen sehr gut gelaufenen Pfleiderer  verloren als zweitschwächster MDax-Wert 2,83 Prozent auf 14,76 Euro. Händler begründeten die Verluste überwiegend mit Gewinnmitnahmen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 78 Prozent an Wert gewonnen. Die an diesem Tag veröffentlichten Viermonatszahlen seien erfreulich, die Jahresprognose bestätigt worden, hieß es. Der Holzstoffe-Hersteller hat sich zudem mit der Gewerkschaft IG Metall auf eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 38 Stunden geeinigt.

Schwächster MDax-Wert war Fresenius , die ein Kursminus von etwas mehr als 1,7 Prozent auf rund 94,20 Euro hinnehmen mussten.

Im TecDax überzeugten vor allem die Titel der Firma Solarworld , die mit einem Plus von knapp 4,4 Prozent auf 125 Euro auf sich aufmerksam machten. QSC  und Funkwerk  gewannen 2,8 Prozent und 2,3 Prozent hinzu, auf rund 3,70 Euro und 29,65 Euro. Tagesverlierer in heutigen Handel der deutschen Technologiewerte wurde dagegen die Firma Aixtron, deren Aktien  etwa 1,5 Prozent ihres Wertes verloren und nunmehr gut 2,65 Euro kosten.

An der Wall Street tendieren die Aktienmärkte nach gutem Start weiter freundlich. Der Leitindex Dow Jones  legte bisher um 0,16 Prozent auf gut 10.538 Punkte zu. Der marktbreite S&P-500-Index  gewann 0,14 Prozent auf gut 1202 Zähler. Nur an der Technologiebörse Nasdaq verlor der alle Werte umfassende Composite-Index  bisher 0,07 Prozent auf knapp 2068 Zähler.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.