Enron-Streit Citigroup zahlt zwei Milliarden

Der US-Finanzkonzern Citigroup hat den Rechtsstreit um sein Engagement beim zusammengebrochenen Energiehändler Enron mit einer Milliardenzahlung beigelegt. Die Großbank bestreitet die Summe nach eigenen Angaben vollständig aus dafür vorgesehenen Rückstellungen.

New York - In der Auseinandersetzung um ihr Engagement bei Enron habe die Citigroup  einem Vergleich zugestimmt und zahle nun zwei Milliarden US-Dollar, teilte das Finanzinstitut am Freitag in New York mit. Damit will die Bank eine Sammelklage abwenden. Ein Schuldeingeständnis sei mit dem Vergleich aber nicht verbunden.

Die Citigroup war im Zusammenhang mit dem im Jahr 2001 kollabierten Skandalkonzern Enron von geprellten Anlegern vor einem Gericht in Texas verklagt worden. Für dieses Verfahren hatte der Konzern Rücklagen in Milliardenhöhe gebildet. Diese müssten nicht aufgestockt werden, hieß es.

Anleger und Aktionärsschützer hatten der Citigroup und anderen Instituten vorgeworfen, noch Anleihen von Enron verkauft zu haben, obwohl sie von den milliardenschweren Risiken in der Bilanz des Energieriesen angeblich längst wussten. Enron soll die Gewinne unzulässig aufgebläht und Milliardenschulden in dubiosen Partnerschaften versteckt haben.

Im Januar 2006 soll das Betrugs- und Verschwörungsverfahren gegen die ehemaligen Enron-Konzernchefs, Kenneth L. Lay und Jeffrey K. Skilling, beginnen. Nachdem der Bilanzbetrug des einst weltgrößten Energiehändlers aus Houston (Texas) ans Licht der Öffentlichkeit gekommen war, wurde in den USA eine Serie von beispiellosen Unternehmensskandalen aufgedeckt, etwa beim Telekomriesen WorldCom und beim Mischkonzern Tyco. Die Gläubiger und Enron-Aktionäre hatten Milliarden verloren, tausende von Enron-Mitarbeitern wurden arbeitslos.