Absage Transrapid soll ohne Mecklenburg-Vorpommern fahren

Schwerin - Die Transrapid-Debatte ist wenige Tage nach dem Bonner Koalitionskompromiß durch das "Nein" von SPD und PDS in Schwerin neu entfacht worden.

Die vorgesehenen 6,1 Milliarden Mark aus dem Bundeshaushalt für den Trassenbau zwischen Berlin und Hamburg sollten besser für den beschleunigten Ausbau anderer Verkehrsprojekte verwendet werden, verkündete der künftige SPD-Ministerpräsident Harald Ringstorff.

In Bonn gab man sich gelassen: "Die Meinung einer einzelnen Landesregierung kann für die Realisierung des Projekts nicht ausschlaggebend sein", sagte der künftige Verkehrsminister Franz Müntefering (SPD) am Donnerstag in Bonn. Es bleibe dabei, was SPD und Grüne festgelegt hätten.

Müntefering warnte gleichzeitig vor einer kompletten Ablehnung des Transrapid. Die Chancen der Technik müßten genutzt werden.

Der Verkehrsexperte der SPD-Fraktion im Schweriner Landtag, Claus Gerloff, schlug vor, die Bundesmittel für den Transrapid besser für den beschleunigten Ausbau anderer Verkehrsprojekte wie Autobahn und Schiene zu verwenden.

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist die Ablehnung ein Scheinerfolg der PDS. "Letztlich hat sich doch die SPD durchgesetzt, wenn die Transrapid-Gelder für den Autobahnbau eingesetzt werden sollen", sagte BUND-Verkehrsexperte Peter Westenberger

Die Magnetschnellbahn-Planungsgesellschaft sieht die Signale für den Transrapid weiter auf "grün". Ihr Sprecher Peter Jablonski verwies auf das "Ja" der neuen Bundesregierung zur Magnetschwebetechnik.

Der druckfrische Bonner Koalitionsvertrag sieht jedoch vor, daß keine zusätzlichen öffentlichen Gelder für den "Silberpfeil" bereitgestellt werden. Die Absage aus Schwerin beeindruckt Jablonski wenig: Von den Ländern sei ohnehin kein Geld zur Finanzierung des Projektes vorgesehen.

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