HypoVereinsbank Gerüchte treiben Aktie

Gerüchte über ein bevorstehendes Übernahmeangebot der italienischen Bank Unicredito haben die Aktie der HypoVereinsbank (HVB) am Donnerstag um mehr als 7 Prozent steigen lassen. "Offenbar springen nicht nur Zocker auf den Zug", sagt ein Händler. Die Banken schweigen.

Frankfurt - Spekulationen über ein unmittelbar bevorstehendes Übernahmeangebot für die HypoVereinsbank  (HVB) haben die Aktie am Donnerstag bei hohen Umsätzen auf den höchsten Stand seit Ende Januar 2004 getrieben. Die Aktien verteuerten sich gegen Mittag in der Spitze um bis zu 7,5 Prozent auf 20,65 Euro.

Händler verwiesen auf Spekulationen, wonach die italienische Großbank Unicredito Italiano  22 Euro je HVB-Aktie bieten wolle. Auch die Anwesenheit von Unicredito-Chef Alessandro Profumo auf der Hauptversammlung der Deutschen Börse am Mittwoch in Frankfurt habe die Spekulationen genährt. Profumo sitzt im Aufsichtsrat der Börse. Beide Banken wollten die Gerüchte nicht kommentieren.

"Am Volumen und an der Bewegung sieht man, dass es nicht nur Zocker sind, die auf den Zug aufspringen", sagte ein Händler in Hannover unter Hinweis auf den ansonsten ruhigen Feiertagshandel. Bis zum Mittag hätten fast drei Mal so viele HVB-Aktien den Besitzer gewechselt wie an normalen Tagen. Das Gerücht erscheine glaubwürdig, weil die Unicredito bereits ihr Interesse an einem Ausbau des Osteuropageschäfts erklärt habe und die HVB-Tochter Bank Austria dort stark sei. Zudem gebe es das Gerücht, die Unicredito habe kurzfristig ihre Präsentation bei einer Bankenkonferenz der BNP in Paris abgesagt.

Der Artikel in der italienischen Wirtschaftszeitung "Il Sole 25 Ore", der von vielen Börsianern als Beleg für das bevorstehende Übernahmeangebot der italienischen Bank genannt wurde, beschrieb der Händler allerdings als "dünn": "Wenn die Zeitung mehr hätte, hätten sie eine größere Geschichte daraus gemacht. Das Blatt hatte am Donnerstag in einem kleinen Kommentar geschrieben, Gerüchte über eine Übernahme seien nachvollziehbar.

"Es sind Gerüchte in der lokalen Presse gepusht worden, dass die Unicredito übernehmen wolle", sagte auch ein anderer Händler einer Frankfurter Großbank. "Strategisch sieht es so aus, als ob ein Gerücht lanciert worden ist." Die Spekulation über eine Verbindung von HVB und Unicredito sei seit Wochen im Markt.

Die Unicredito wird am Aktienmarkt immer wieder als möglicher Aufkäufer der HVB genannt - nicht zuletzt deshalb, weil HVB-Chef Dieter Rampl sie selbst einmal ins Spiel gebracht hat. Bisher wurde bei Spekulationen allerdings kein möglicher Kaufpreis genannt. Finanzkreisen zufolge hatte die Führungsriege der profitablen italienischen Großbank Anfang des Jahres über eine Kaufofferte nachgedacht, dies jedoch wegen des erneuten Milliardenverlusts der HVB in 2004 wieder verworfen.