Oetker-Gruppe Klagewelle gegen Privatbank Lampe

Das Landgericht Hamburg hat das Bankhaus Lampe zu Schadenersatz in Millionenhöhe verurteilt. Vermögende Kunden hatten der Bank viel Geld für ein König-Ludwig-Musical anvertraut. Die Anleger erlitten Totalverlust. Mehr als 60 Investoren klagen gegen das Düsseldorfer Haus.
Von Patricia Döhle und Dietmar Palan

Hamburg - Das Landgericht Hamburg hat das zum Oetker-Konzern gehörende Bankhaus Lampe wegen "schuldhafter Verletzung einer Auskunftspflicht" zu Schadenersatz in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro (Aktenzeichen 332 0 631/03) verurteilt. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die am Freitag (27. Mai) erscheint.

Das Geldhaus war von einer Gruppe vermögender Hamburger Anleger verklagt worden, denen die Bank 1998 Beteiligungen an einer Musicalproduktionsgesellschaft vermittelt hatte. Mit den Geldern der Anleger würde ein Singspiel über den bayerischen Märchenkönig Ludwig II. und der Bau eines eigens konzipierten Theaters in unmittelbarer Nähe von Schloss Neuschwanstein finanziert.

Das Engagement endete für die Kunden des Bankhauses mit dem Totalverlust ihres Kapitals, da die Ludwig KG 2003 Insolvenz anmelden musste. Einer der Gründe für die Insolvenz war die Höhe der Baukosten für das Musicaltheater, die deutlich höher ausfielen, als dies im Beteiligungsprospekt veranschlagt worden war.

Die Hamburger Richter kamen zu dem Schluss, dass die Kostenüberschreitungen den Initiatoren bereits zum Zeitpunkt der Prospekterstellung bekannt waren, der Prospekt deshalb in wesentlichen Teilen falsch war und die Lampe-Bank die Fehler bei einer ordnungsgemäßen Prüfung des Projekts hätte erkennen und die Anleger warnen müssen. Das Geldhaus bestreitet diesen Vorwurf und hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Das Ludwig-Musical ist indes nicht die einzige Anlageempfehlung von Lampe, die derzeit die Gerichte beschäftigt. Neben den Hamburger Kunden haben weitere Klienten in München und Frankfurt wegen ähnlicher Vorfälle das Düsseldorfer Traditionsinstitut verklagt.

Bei diesen Verfahren geht es vor allem um Beteiligungen an Vif-Medienfonds und um Wandelanleihen des Emissionshauses Gold-Zack. Zu den Kunden, die juristische Schritte gegen Lampe einleiteten, zählt unter anderen auch Rocksänger Udo Lindenberg. Mit ihm einigte sich die Lampe-Bank indes außergerichtlich.