Quartalsbericht Linde startet weitere Effizienzprogramme

Mit seinem Quartalsbericht legte der Industriegas-Spezialist und Gabelstaplerbauer Linde eine Punktlandung hin. Das Gewinnwachstum traf nahezu exakt die Markterwartungen. 2005 will der Konzern seinen "ertragsorientierten Wachstumskurs" fortsetzen und kündigte weitere Programme zur Effizienzsteigerung an.

Wiesbaden - Linde  hat angesichts seines Quartalsergebnisses die Prognose für 2005 bekräftigt. Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Reitzle geht im Vergleich zum Vorjahr jedoch nur von einem verhaltenen Ergebnisplus aus. Seinen "ertragsorientierten Wachstumskurs" unterlegt der Manager daher mit zwei weiteren Programmen zur Effizienzsteigerung. Davon betroffen ist der Bereich Gas und die Sparte Material Handling. Für das nach dem Verkauf der defizitären Kältetechnik verbliebene dritte Segment Engineering kündigte Reitzle kein spezifisches Effizienzprogramm an.

Mit dem Ergebnis im ersten Quartal legte Linde eine Punktlandung hin: Der Konzern wies ein Nachsteuerergebnis von 86 Millionen Euro aus und lag damit exakt auf Höhe der Analystenprognosen. Der operative Gewinn (Ebita) habe sich im ersten Quartal um 13 Prozent auf 165 Millionen Euro erhöht, teilte Linde mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem operativen Gewinn von 166 Millionen Euro gerechnet.

Der Konzernumsatz nahm im ersten Quartal um 6,9 Prozent auf 2,124 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang zog um 8,2 Prozent auf 2,353 Milliarden Euro an. Die Aktie profitierte von den Zahlen und lag am Vormittag bei einem nur leicht positiven Gesamtmarkt mit rund 2 Prozent im Plus.

Reitzle zeigte sich angesichts der Zahlen zufrieden: "Wir sind ganz ordentlich in das Jahr gestartet". Zugleich verwies er auf die existierenden Kostensenkungsprogramme in den Bereichen Gas und Material Handling, die noch im laufenden Jahr zu Einsparungen von insgesamt 300 Millionen Euro führen sollen.

Nach dem Willen Reitzles soll Linde Gas bis zum Geschäftsjahr 2008 die Rendite auf das eingesetzte Kapital auf 13 Prozent erhöhen. Zum Ablauf des Geschäftsjahres 2004 lag dieser Wert noch bei 10,9 Prozent. Details zu den geplanten weiteren Kosten senkenden Maßnahmen im Bereich Gas nannte Reitzle nicht. Er betonte lediglich, dass hier bei Produktion, Vertrieb und Verwaltung Chancen auf Effizienzverbesserungen bestünden. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Linde im Gasbereich unverändert mit einem höheren Umsatz und einem verbesserten Ergebnis. Genaue Zahlen nannte das Unternehmen nicht.

Im Bereich Material Handling (Gabelstaplersparte) soll nach dem Auslaufen von "Trim" eine weitere Initiative namens "Go" das Erreichen der ausgegebenen Zielrendite von 16 Prozent bis zum Geschäftsjahr 2007 sicherstellen. "Go" zielt Linde zufolge nicht nur auf Kostensenkung, sondern soll Wachstumsfelder erschließen. Im Vordergrund stehen dabei Maßnahmen zur Verbesserung der Kernprozesse im Bereich Forschung & Entwicklung und eine höhere Effizienz bei Produktion, Logistik und Einkauf. Zusätzliche Wachstumspotenziale sieht Reitzle vor allem in Asien und im Servicegeschäft.

Auch für den Bereich Material Handling gab der Konzern keine konkreten Prognosezahlen ab. Linde rechne hier mit einem höheren Umsatz und einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses, hieß es lediglich. Analysten bemängelten indes das Fehlen von konkreten Prognosen und Details zu den neuen Effizienzsteigerungsprogrammen.

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