Fresenius Medical Care Milliardenübernahme verschreckt Anleger

Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care wird seine Vorzugs- in Stammaktien umwandeln. Außerdem ist eine milliardenschwere Übernahme in den USA geplant. Trotz guter Zahlen sind Anleger von diesen Plänen wenig begeistert.

Bad Homburg - Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC)  hat im ersten Quartal bei Umsatz und Ergebnis zweistellig zugelegt. Von Januar bis März stiegen die Erlöse um 10 Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar (1,24 Milliarden Euro), teilte das im Dax  notierte Unternehmen am Mittwoch in Bad Homburg mit.

Das operative Ergebnis (Ebit) erhöhte sich um 11 Prozent auf 220 Millionen Dollar. Für 2005 bestätigt FMC seine Prognose. Der Umsatz soll zwischen 6 und 9 Prozent, der Jahresüberschuss um mehr als 10 Prozent steigen.

Um die finanzielle Flexibilität zu verbessern, will FMC die Vorzugsaktien in Stammaktien umwandeln und die Rechtsform von einer Aktiengesellschaft (AG) in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) ändern.

Den Inhabern der rund 26,4 Millionen Vorzugsaktien wird angeboten, bei einer Umwandlung in Stammaktien eine Prämie in Höhe von 12,25 Euro je Aktie an die Gesellschaft zu zahlen. "Mit der Konzentration auf nur eine Aktiengattung wird sich die Liquidität der Stammaktie deutlich erhöhen", sagte FMC-Vorstandschef Ben Lipps. Damit werde dem Unternehmen weiteres Wachstum mit steigender Profitabilität ermöglicht.

Übernahme von Renal Care für 3,5 Milliarden Dollar

Fresenius Medical Care übernimmt außerdem für rund 3,5 Milliarden Dollar die amerikanische Renal Care Group Inc. Vorstandschef Lipps erklärte, mit ihrem Netzwerk an Dialysedienstleistungen sei die Renal Care Group eine hervorragende Ergänzung der Aktivitäten von Fresenius Medical Care im weltweit größten Dialysemarkt.

Die Renal Care Group sei ein wachstumsstarkes, hoch profitables Unternehmen. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen den Angaben zufolge ein operatives Ergebnis von 254 Millionen Dollar bei einem Umsatz von rund 1,35 Milliarden Dollar.

Die Übernahmepläne von Fresenius Medical Care in den USA haben die Ratingagenturen auf den Plan gerufen. Standard & Poor's und Moody's kündigten an, die Bonitätsbewertungen für den Bad Homburger Dialysespezialisten und die Konzernmutter Fresenius auf eine mögliche Herabstufung zu prüfen. Die Übernahme für 3,5 Milliarden Dollar zuzüglich 500 Millionen Dollar an Schulden werde voraussichtlich komplett fremdfinanziert. S&P erklärte, das Langfrist-Rating "BB+" der beiden Unternehmen werde auf die negative Beobachtungsliste gesetzt. Das Rating könne bei beiden um jeweils bis zu zwei Stufen gesenkt werden, hieß es.

Fresenius profitiert von Tochter FMC

Fresenius profitert von Tochter FMC

Dank der guten FMC-Ergebnisse verbuchte auch der Mutterkonzern Fresenius ein erfolgreiches Auftaktquartal. Der im MDax  notierte Gesundheitskonzern steigerte sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 8 Prozent auf 212 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 215 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz sei zum Vorjahr um 4 Prozent auf 1,787 Milliarden Euro gewachsen, bereinigt um negative Währungseffekte um 6 Prozent. Fresenius wies einen Konzerngewinn von 46 Millionen Euro aus, ein Plus von 18 Prozent binnen Jahresfrist.

Ausblickend bekräftigte Fresenius seine früheren Prognosen, wonach der Umsatz 2005 unter Annahme stabiler Wechselkurse um 6 bis 9 Prozent steigen soll, der Jahresüberschuss währungsbereinigt um 15 bis 20 Prozent.

Außer der Dialysetochter FMC gehören Fresenius noch die Infusionssparte Fresenius Kabi, sowie der Klinikbetreiber ProServe und das Biotech-Geschäft der Fresenius Biotech. Fresenius Kabi sei deutlich profitabler geworden und habe operativ die Gewinnmarge auf 13,1 Prozent gesteigert, im Vorjahresquartal lag die Umsatzrendite noch bei 11,3 Prozent. Der Umsatz wuchs um 10 Prozent auf 398 Millionen Euro.

Bei ProServe gingen die Erlöse wegen der verhaltenen Auftragslage bei Projekten zurück. Der Umsatz sei um 14 Prozent auf 171 Millionen Euro gesunken. Unter dem Strich wies die Sparte mit einer Millionen Euro inzwischen einen geringeren Verlust aus - nach vier Millionen Euro im Vorjahr.

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