Bayer-Hauptversammlung "Ein sehr erfreuliches Quartal"

Einen satten Überschuss von 652 Millionen Euro hatte die Analystenzunft dem Bayer-Konzern für das erste Vierteljahr 2005 nicht zugetraut. Bayer-Chef Werner Wenning ist zur Hauptversammlung optimistisch: Der Konzern will 25 Milliarden Umsatz erreichen, peilt für 2006 eine Marge von 19 Prozent an.

Leverkusen - Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer  hat seine Umsatz- und Ergebnisprognose nach einem guten Start in das Geschäftsjahr bekräftigt.

Trotz der Dollar-Schwäche und des Ölpreishöhenflugs peile der Konzern 2005 weiter ein Umsatzwachstum im fortgeführten Geschäft von währungsbereinigt fünf Prozent auf mehr als 25 Milliarden Euro an. Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern solle um 20 Prozent steigen.

"Die ersten drei Monate des Jahres sind sehr erfreulich verlaufen", sagte Konzernchef Werner Wenning auf der heutigen Hauptversammlung des Konzerns in Köln. Bayer sei damit "einen weiteren Schritt" in Richtung der mittelfristigen Margenziele gegangen. Im Jahr 2006 peilt der Konzern eine Marge beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 19 Prozent an.

Vorfreude: Bayer-Chef Werner Wenning (l.) und der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Manfred Schneider (r), kurz vor der Präsentation guter Quartalsgeschäftszahlen auf der Hauptversammlung des Konzerns in den Kölner Messehallen.

Vorfreude: Bayer-Chef Werner Wenning (l.) und der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Manfred Schneider (r), kurz vor der Präsentation guter Quartalsgeschäftszahlen auf der Hauptversammlung des Konzerns in den Kölner Messehallen.

Foto: DPA
Eröffnung: Bayer-Aufsichtsratschef Manfred Schneider startet die erste Hauptversammlung der Bayer AG, nachdem der Konzern einen großen Teil seiner Chemiesparte in dem Unternehmen Lanxess zusammenfasste und anschließend vom Mutterkonzern Bayer trennte.

Eröffnung: Bayer-Aufsichtsratschef Manfred Schneider startet die erste Hauptversammlung der Bayer AG, nachdem der Konzern einen großen Teil seiner Chemiesparte in dem Unternehmen Lanxess zusammenfasste und anschließend vom Mutterkonzern Bayer trennte.

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Nach der Rede: Werner Wenning, Vorstandschef der Leverkusener Bayer AG, im Blitzlichtgewitter. Nach Meinung von Analysten meldete Wenning einen "brillianten Start" ins Jahr 2005.

Nach der Rede: Werner Wenning, Vorstandschef der Leverkusener Bayer AG, im Blitzlichtgewitter. Nach Meinung von Analysten meldete Wenning einen "brillianten Start" ins Jahr 2005.

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Besser als erwartet: Glanz auf Bayers Hauptversammlung
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Auf Grund der Abspaltung der Chemiesparte Lanxess  veröffentlicht der Konzern angepasste Daten für den Vorjahreszeitraum. Im fortzuführenden Geschäft legte der Umsatz um 15,7 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich verbuchte der Konzern in den ersten drei Monaten des Jahres einen Überschuss von 652 Millionen Euro, gegenüber 419 Millionen Euro im Vorjahr. Die befragten Experten hatten im Schnitt 317 Millionen Euro erwartet.

Die Zahlen von Bayer zum ersten Quartal wurden an den Märkten positiv aufgenommen. Bei der Landesbank Rheinland-Pfalz sprach Analystin Silke Stegemann von einem "unerwartet hohen Gewinnsprung". Der höhere Jahresüberschuss sei vermutlich auf den Verkaufsgewinn aus der Abgabe des Blutplasmageschäftes zurückzuführen.

Ein Aktienhändler sprach von "brillianten Daten, die vom Markt honoriert werden dürften". Allerdings sei zu befürchten, dass das erste Quartal eine positive Ausnahme gewesen sei, die so leicht nicht zu wiederholen sei. Schließlich habe Bayer den Ausblick "lediglich" bestätigt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern und der Nettogewinn lagen nach Aussagen des Händlers deutlich über seinen Prognosen.

Bayer-Aktien haben nach Bekanntgabe der Zahlen deutlicher an Wert gewonnen als der Gesamtmarkt. Das Papier des Chemie- und Pharmakonzerns legte bisher um 0,65 Prozent auf 25 Euro zu. Dagegen fiel der Leitindex Dax nur um gut 0,1 Prozent auf 4182 Punkte zu.