Märkte VW gefragt, Deutsche Bank unter Druck

Der Dax hat zum Wochenschluss dank der Erholung der Autowerte ein hauchdünnes Plus verteidigt. Bei der Deutschen Bank nehmen Anleger dagegen Geld vom Tisch. Auch die kommende Woche dürfte eine Nervenprobe für Aktionäre werden.

Frankfurt am Main - Kursgewinne der zuletzt arg geschmähten Autobauer haben dem Dax  am Freitag ein leichtes Plus beschert. Dabei hob der positiv aufgenommene Zwischenbericht von Volkswagen  die Stimmung im Sektor. Ebenfalls überzeugen konnte der Pharma- und Chemiekonzern Bayer  mit seiner Geschäftsentwicklung.

Der Dax beendete den elektronischen Handel auf Xetra 0,16 Prozent im Plus bei 4184,84 Zählern. "Die Geschäftsberichte von Volkswagen und Bayer haben für ein positives Umfeld am Aktienmarkt gesorgt", sagte ein Händler.

Zeitweise hatte der Dax  0,7 Prozent höher notiert, ehe nachgebende Kurse an den US-Aktienbörsen den deutschen Leitindex belasteten. Am Abend notierten Dow Jones  und Nasdaq Composite  jedoch wieder minimal im Plus. Kurz vor dem Wochenende geht keiner mehr ein Risiko ein", sagte ein Händler.

US-Verbrauchervertrauen sinkt

Die am Nachmittag veröffentlichten US-Konjunkturdaten bezeichneten Börsianer als "Non-Event". Während der Index des US-Verbrauchervertrauens der Universität Michigan im April zum Vormonat stärker als erwartet zurückgegangen war, fiel der Rückgang des Einkaufsmanagerindexes aus Chicago weniger deutlich als befürchtet aus. Zuletzt hatte die Mehrzahl der US-Daten eher auf eine Abschwächung des US-Wirtschaftswachstums hingedeutet.

Bayer und Autowerte gefragt

Mit einem Kursplus von 1,9 Prozent auf 25,36 Euro reagierten die Aktien von Bayer  auf den überraschenden Gewinnsprung des Leverkusener Konzerns im ersten Quartal.

Gefragt waren zum Wochenschluss vor allem Autowerte, die ansonsten im April meist auf der Verliererseite gestanden hatten. "Der Autosektor ist zuletzt nicht besonders gut gelaufen. Zudem hat Volkswagen positiv überrascht", sagte ein Händler. Beim Sorgenkind von Europas größtem Autobauer, der Markengruppe VW, zeichnet sich dem Zwischenbericht zufolge eine leichte Besserung ab.

Die Aktien von DaimlerChrysler  machten ihre Vortagesverluste teilweise wieder wett und zogen um 0,4 Prozent auf 30,35 Euro an. Am Vortag hatte der deutsch-amerikanische Autobauer auf Grund der Sanierung der Kleinstwagenmarke Smart einen Gewinneinbruch im ersten Quartal vermeldet.

Allerdings war dieser weniger stark als von Analysten befürchtet ausgefallen. Auch BMW-Aktien konnten von der freundlichen Stimmung für die Autowerte profitieren und verteuerten sich um 1,3 Prozent auf 32,70 Euro.

Deutsche Bank verliert deutlich

Deutsche Bank verliert deutlich

Ihre Kursgewinne vom Vortag konnte die Deutsche Bank  nicht verteidigen und gab 2,5 Prozent auf 63 Euro nach. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Deutsche Bank am Donnerstag die Märkte mit einem kräftigen Gewinnanstieg im Auftaktquartal überrascht hatte.

Zudem seien die Geschäftszahlen vom Vortag bei genauerer Betrachtung nicht mehr ganz so überzeugend gewesen, sagte ein Händler. Deutschlands größte Bank hatte am Freitag weitere Details zum ersten Quartal veröffentlicht.

Dividenden-Abschlag bei BASF und Münchener Rück

Ebenfalls zu den größten Gewinnern zählten die zuletzt arg gebeutelten Titel des Mischkonzerns ThyssenKrupp , die 1,4 Prozent auf 14,21 Euro stiegen. Händler begründeten dies mit technischen Faktoren. "Es sieht so aus, als hätten ThyssenKrupp die 14 Euro verteidigt", sagte ein Händler.

Auf der Verliererseite präsentierten sich auch die Titel des Chemiekonzerns BASF  und des Rückversicherers Münchener Rück . Allerdings wurden die Aktien ex Dividende gehandelt. Ohne Dividendenabschlag hätten beide Werte im Plus geschlossen.