DaimlerChrysler Dramatischer Verlust bei Mercedes

Die Sanierung der Kleinwagenmarke Smart hat im ersten Quartal zum erwarteten Gewinneinbruch bei DaimlerChrysler geführt. Zusätzlich rutschte die Kernmarke Mercedes zum ersten Mal seit zwölf Jahren tief in die Verlustzone. Der Aufwärtstrend bei der US-Tochter Chrysler erhielt überraschend einen Dämpfer.

Stuttgart/Frankfurt am Main - Der Autobauer DaimlerChrysler  hat im ersten Quartal 2005 wegen der kostspieligen Sanierung der Kleinwagenmarke Smart einen Gewinneinbruch erlitten, aber immer noch besser abgeschnitten als von Analysten erwartet. Der Umsatz lag leicht unter den Prognosen.

Der operative Gewinn fiel um 59 Prozent auf 628 Millionen Euro (Vorjahr: 1,546 Milliarden Euro), wie DaimlerChrysler am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten DaimlerChrysler aber nur 323 Millionen Euro zugetraut. Auch der Nettogewinn übertraf mit 288 (Vorjahr: 412) Millionen Euro die Erwartungen deutlich.

Die Pkw-Sparte Mercedes Car Group, zu der auch Smart gehört, rutschte zum ersten Mal seit zwölf Jahren mit 954 Millionen Euro tief in die roten Zahlen. Allein für Smart stellte DaimlerChrysler im ersten Quartal 800 Millionen Euro zurück, insgesamt soll sie bis zu 1,2 Milliarden Euro kosten. Auch im laufenden Geschäft schrieb Smart Verluste. Der Aufsichtsrat habe die Neuausrichtung gebilligt, teilte DaimlerChrysler mit. Bei der Nobelmarke Mercedes-Benz schlug zudem die Beseitigung von Qualitätsmängeln zu Buche.

Vorstand bekräftigt die Jahresprognose

Für das Gesamtjahr bekräftigte DaimlerChrysler seine Anfang des Monats nach unten korrigierte Prognose. Danach soll der operative Gewinn ohne die Sanierungskosten für Smart etwas höher ausfallen als im Vorjahr. Damals hatte DaimlerChrysler rund 5,75 Milliarden Euro verdient.

Der Umsatz des Konzerns gab vor allem aufgrund negativer Wechselkurseffekte zum Vorjahr um rund 2 Prozent auf 31,7 Milliarden Euro nach. Analysten hatten hier 32,6 Milliarden Euro erwartet.

Weltweit setzte der Fahrzeughersteller zwar mit 1,1 Millionen Autos 1 Prozent mehr ab. Die Mercedes Car Group lag jedoch mit 247.000 verkauften Fahrzeugen 7 Prozent hinter dem Vorjahresquartal zurück. Chrysler lieferte 3 Prozent weniger Fahrzeuge an die Händler aus, verkaufte aber mit 664.500 Autos 5 Prozent mehr an Endkunden.

Chrysler ausgebremst

Die US-Tochter Chrysler konnte ihren Aufwärtstrend überraschend nicht fortsetzen. Der operative Gewinn ging von 303 auf 252 Millionen Euro (Prognose: 350 Millionen Euro) zurück. Der Umsatz erreichte nur 10,7 (12,0) Milliarden Euro (Prognose: 12,3).

Bei den Nutzfahrzeugen, wo der Konzern weltweit die Nummer eins ist, kletterte der operative Gewinn auf 714 (Vorjahr 268/Prognose 360) Millionen Euro und der Umsatz von 6,6 auf 8,5 Milliarden Euro (Prognose: 7,9).

In der Sparte Finanzdienstleistungen verbuchte das Unternehmen einen Gewinnanstieg auf 328 (221) Millionen Euro; die Analysten hatten mit 310 Millionen Euro gerechnet.

Aktien von DaimlerChrysler  drehten nach einem nervösen Auf und Ab zuletzt mit 0,70 Prozent auf 30,69 Euro in die Gewinnzone.