Lanxess Profitabilität muss sich verbessern

Die frühere Bayer-Tochter Laxess hat ihren Nettoverlust drastisch reduziert und schreibt operativ schwarze Zahlen. Doch an der Profitabiliät muss Vorstandschef Axel Heitmann hart arbeiten.

Köln - Der Chemiekonzern Lanxess  wird nach einer deutlichen Verringerung seines Verlusts 2004 im laufenden Geschäftsjahr seine Ertragslage nach eigenen Angaben nur schwer verbessern können. Lanxess-Vorstandschef Axel Heitmann sagte laut Redetext auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Köln, angesichts der nur moderaten Aussichten der Chemiekonjunktur gehe der Konzern davon aus, "dass es auch 2005 für Lanxess sehr schwer wird, die Ertragslage erneut zu verbessern".

Im vergangenen Jahr war der Verlust auf 12 (2003: minus 997) Millionen Euro gesunken. Weitreichende Einschnitte sollen die Wettbewerbsfähigkeit des Börsenneulings und MDax-Aspiranten nun sichern. Diskutiert wird der Abbau von bis zu 1200 Stellen.

Einen detaillierten Ausblick für 2005 wagte Heitmann nicht. Strategisches Ziel sei neben der Restrukturierung eine weitere Internationalisierung der Geschäfte, sagte er nur. Besonders dringlich sei der Restrukturierungsbedarf in den beiden Geschäftsbereichen Feinchemie und Styrenic Resins. Um zu den Wettbewerbern aufschließen zu können, müsse Lanxess mindestens 100 Millionen Euro jährlich sparen.

Im Bereich Styrenic Raisins sollten Überkapazitäten abgebaut und einer der beiden Standorte im spanischen Tarragona oder im deutschen Dormagen geschlossen werden, bekräftigte er. Die Entscheidung dazu solle im zweiten Quartal gefällt werden. Zudem prüft Lanxess für sein Papiergeschäft eine strategische Partnerschaft. Grundsätzlich erwäge Lanxess Partnerschaften, wenn die entsprechenden Bereiche dadurch im Wettbewerb besser bestehen könnten.

Lanxess will Profitabilität deutlich steigern

Heitmann bekräftigte, das von Bayer  abgespaltene Unternehmen Lanxess strebe bis Ende 2006 eine Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen von neun bis zehn Prozent an. 2004 hatte Lanxess eine Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen von 6,6 Prozent erreicht. Damit liegt der Konzern weit unter dem Branchendurchschnitt von 12,5 Prozent. Lanxess sei trotz der Chemiekonjunktur "auf den letzten Platz in Europa abgerutscht". "Das zwingt uns zu weitreichenden Einschnitten", betonte er.

Dank der anziehenden Branchenkonjunktur hatte Lanxess 2004 Umsatz und Betriebsgewinn gesteigert. Die Erlöse kletterten um mehr als sieben Prozent auf 6,773 Milliarden Euro, teilte das früher zum Bayer-Konzern gehörende Unternehmen mit. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) vor Sondereinflüssen habe sich auf 447 (311) Millionen Euro erhöht. Das Ebit erreichte nach minus 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr nun mit einem Plus von 59 Millionen Euro die Gewinnzone. Unter dem Strich stand ein Verlust von zwölf Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Nettoverlust noch mehr als eine Milliarde Euro betragen.

Lanxesse-Aktien starteten am Dienstag im frühen Handel mit Verlusten von knapp 2 Prozent auf 16,13 Euro. Der Ausblick habe enttäuscht, sagten Händler am frühen Morgen in einer ersten Reaktion.

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