DaimlerChrysler Unter schlechtem Stern

Noch bevor der schwäbisch-amerikanische Autokonzern DaimlerChrysler am Donnerstag seine Geschäftszahlen präsentiert, schlagen die Analysten Alarm: Mercedes stecke in den roten Zahlen.

Frankfurt am Main - Die Pannenserie bei DaimlerChrysler reißt nicht ab: Jetzt prophezeien Deutschlands Analysten dem viertgrößten Autokonzern der Welt dürftige Quartalszahlen. Nach Einschätzung der Experten ist der operative Gewinn des Unternehmens zwischen Januar und März von knapp 1,55 Milliarden Euro im Vorjahr auf aktuell 530 Millionen Euro eingebrochen. Der Konzernumsatz wird nahezu unverändert bei rund 32,6 Milliarden Euro gesehen. DaimlerChrysler will an Donnerstag seine Quartalsbilanz offiziell präsentieren.

Besonders bedenklich für DaimlerChrysler-Aktionäre: Die Kernsparte des Unternehmens, die so genannte Mercedes Car Group (MCG) mit der Hauptmarke Mercedes-Benz, werde erstmals seit Jahren wieder einen Quartalsverlust ausweisen müssen, glauben die Branchenbeobachter. Im Vorjahreszeitraum hatte MCG noch 639 Millionen Euro verdient.

Nach hohem Vorjahresgewinn droht kräftiger Verlust

DaimlerChrysler-Finanzvorstand Bodo Uebber hatte bereits Anfang April angekündigt, dass der Großteil der bis zu 1,2 Milliarden Euro teuren Sanierung der Kleinwagensparte Smart im ersten Quartal verbucht wird. Der genaue Betrag ist noch unbekannt. Hinzu kommen nach Branchenschätzungen Kosten in dreistelliger Millionenhöhe für den größten Mercedes-Rückruf in der Firmengeschichte. Wegen niedrigerer Verkaufszahlen wird der Umsatz voraussichtlich von 11,6 Milliarden Euro auf 10,9 Milliarden Euro gesunken sein.

Mittlerweile versucht der Konzern, die Qualitätsprobleme bei Mercedes in den Griff zu bekommen. Dafür sollen nach Angaben eines Sprechers auch verbesserte Kontrollen bei Zulieferungen sorgen. Sollten Qualitätsmängel festgestellt werden, würde dafür Sorge getragen, dass diese in Kooperation mit dem Zulieferer abgestellt werden.

Beim US-Autobauer Chrysler rechnen die Analysten hingegen mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends. Durchschnittlich wird ein Gewinnanstieg von 303 Millionen Euro auf 350 Millionen Euro und ein Umsatz von 12,3 Milliarden Euro prognostiziert - 300 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Auf der Erfolgsspur dürfte auch die Nutzfahrzeugsparte geblieben sein, sollten die Analysten Recht behalten. Hier wird ein Quartalsergebnis in Höhe von 360 Millionen Euro nach 268 Millionen Euro im vergangenen Jahr erwartet. Der Umsatz der Lastwagensparte des Konzerns soll in den vergangenen zwölf Monaten von 6,6 Milliarden Euro auf 7,9 Milliarden Euro in die Höhe gegangen sein.

Positives erwarten die Experten zudem von der Finanzdienstleistungssparte des DaimlerChrysler-Konzerns. Unterm Strich könne ein Gewinn in Höhe von 310 Millionen Euro übrig geblieben sein, nach zuletzt 221 Millionen Euro. Insgesamt werde der viertgrößte Autobauer der Welt aber wohl erst im zweiten Halbjahr 2005 zu früherer Ertragsstärke zurückfinden, sagen die Branchenbeobachter.

An der Börse haben die Meldungen dem Kurs der DaimlerChrysler-Aktie nicht geschadet. Die Anteilsscheine stehen aktuell mit 0,4 Prozent im Plus, bei 30,50 Euro.

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