Heidelberger Druck Wendemanöver erster Klasse

Der weltgrößte Hersteller von Druckmaschinen ist zurück: Heidelberger Druckmaschinen hat binnen eines Jahres eine ungewöhnliche Ertragswende zustande bekommen. An der Börse zählen die Aktien der Firma heute zu den Händlerlieblingen.

Heidelberg - Das süddeutsche Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen  hat die Wende geschafft: Der vorläufige Jahresüberschuss der Gruppe betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 61 Millionen Euro - nach einem Minus in Höhe von 695 Millionen Euro im vergangenen Jahr. "Wenngleich die Märkte und die Konjunktur weltweit nicht die erhoffte Robustheit im Wachstum aufwiesen, wie wir uns das gewünscht hätten, so zeigen die Zahlen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und unsere Maßnahmen greifen", sagte Vorstandschef Bernhard Schreier.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der vorläufige Umsatz den Angaben zufolge um drei Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, währungsbereinigt um fünf Prozent. Die Auftragseingänge betrugen 3,5 Milliarden Euro und lagen damit um acht Prozent über dem Vorjahreswert. Deutlich höher als zum Vorjahresstichtag war auch der Auftragbestand am 31. März 2005: Heidelberger Druckmaschinen hat Orders im Wert von mehr als einer Milliarde Euro in den Büchern stehen. Das sind fast 300 Millionen Euro mehr als zum gleichen Vorjahreszeitpunkt.

Geschäftsleitung und Betriebsrat vereinbarten trotzdem, die Produktionskosten der Firma gemeinsam zu senken: Die Angestellten werden ab sofort länger arbeiten und auf Überstundenzuschläge genauso verzichten, wie auf höhere Löhne und Gehälter in der Tarifrunde des Jahres 2007.

Im Gegenzug verpflichtet sich das Unternehmen, in den kommenden drei Jahren keine wesentlichen Fabriken in Deutschland zu schließen und dafür im Ausland hochzuziehen. Bis Ende März 2008 will der weltgrößte Druckmaschinenhersteller zudem keine Leute entlassen. Heidelberger Druck spart durch den Verzicht seiner eigenen Mitarbeiter rund 100 Millionen Euro ansteigend bis zum Jahr 2008.

Nach Meinung von Finanzvorstand Herbert Meyer sei für alle Verhandlungspartner eine tragbare Lösung gefunden worden. Die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens steige und die Arbeitsplätze blieben erhalten. Zum 31. März 2005 beschäftigte die Heidelberg-Gruppe weltweit noch 18.679 Mitarbeiter, nach 22.782 im Vorjahr.

Die Aktien von Heidelberger Druckmaschinen stehen heute an der Spitze aller Unternehmen, deren Anteilsscheine im MDax  geführt werden. Aktuell kosten die Titel 23,05 Euro, und damit gegen den MDax-Trend rund 1,4 Prozent mehr als zum Ende des vorherigen Handelstages. Der Index für mittelgroße deutsche Firmen steht mit 5670 Zählern knapp 0,1 Prozent im Minus.

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