Nissan US-Geschäft treibt den Gewinn

Der nach Toyota zweitgrößte japanische Autobauer hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordgewinn erwirtschaftet. Nissan profitierte dabei im letzten Quartal von einem deutlich besseren US-Geschäft.

Tokio - Der japanische Autokonzern Nissan  hat im vierten Geschäftsquartal dank US-Verkäufen auf Rekordhöhe deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Der operative Gewinn stieg in den Monaten Januar bis März um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 249 Milliarden Yen (rund 1,8 Milliarden Euro), wie der zweitgrößte japanische Autohersteller am Montag mitteilte.

Damit erhöhte sich der Gewinn für das gesamte Geschäftsjahr 2004/05 auf die Rekordhöhe von 861 Milliarden Yen. Für das kommende Jahr rechnet das Unternehmen mit einer moderateren Gewinnsteigerung auf 870 Milliarden Yen.

In den abgelaufenen zwölf Monaten konnte Nissan mit weltweit 3,39 Millionen Fahrzeugen so viel Autos verkaufen wie noch nie. Dies waren 10,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf dem gewinnbringendsten Markt, den USA, stieg der Absatz um 18,4 Prozent und durchbrach damit die Schwelle von einer Million Fahrzeuge.

"Im vergangenen Jahr hat sich Nissan den Herausforderungen gestellt und trotz widriger Umstände ein Rekordergebnis erzielt", erklärte Nissan-Chef Carlos Ghosn. "Die Fundamentaldaten des Unternehmens sind gut, unsere Produkte für die Kunden attraktiv und Nissan erwartet ein nachhaltiges, profitables Wachstum."

Goshn will bei Renault die Zügel anziehen

Nissan-Chef Goshn übernimmt am kommenden Freitag (29. April) seinen Job als Renault-Lenker von seinem Vorgänger Louis Schweitzer. Künftig wird er beide Autobauer in Personalunion führen - ein Novum in der Geschichte von Automobilkonzernen.

Der designierte Renault-Chef werde die Zügel beim Unternehmen straffer ziehen. Im "Focus"-Interview kündigte der Manager konkrete Zielvorgaben für das Unternehmen an. "Ich werde aber nicht dasselbe Rezept bei Renault anwenden wie schon bei Nissan", sagte Ghosn. "Beide Unternehmen haben je eine unterschiedliche Kultur und Geschichte, was ich respektiere."

Es werde aber "ohne Zweifel" Veränderungen geben, betonte Ghosn. "Einen anderen Managementstil, einen neuen Rythmus, andere Prioritäten und Strategien. Das erwarten die Menschen schließlich von einem neuen Konzernchef."

Ghosn hatte Nissan konkrete Zielvorgaben in Dreijahresplänen festgeschrieben. "Ich mag Dreijahrespläne. Wir wollen damit eine breite Langfristplanung vorgeben", sagte er.

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