Deutsche Börse Aktionäre wollen mehr Geld sehen

Deutsche-Börse-Chef Werner Seifert bekommt Gegenwind von einem weiteren Großaktionär. Die Fondsgesellschaft Union Investment fordert die vollständige Ausschüttung des Bilanzgewinns 2004 an die Anteilseigner. Die Deutsche Börse horte zu viel Bargeld, erklärt die Gesellschaft.

Frankfurt - Der Großaktionär der Deutschen Börse , die Fondsgesellschaft Union Investment Privatfonds, fordert von dem Konzern die vollständige Ausschüttung des Bilanzgewinns 2004. Die Deutsche Börse AG sei überkapitalisiert, heißt es zur Begründung in einem Gegenantrag des Fonds zur Tagesordnung des nächsten Hauptversammlung am 25. Mai.

Die Deutsche Börse wollte bislang 78,3 Millionen Euro in Form einer Dividende an die Aktionäre ausschütten, 148,5 Millionen Euro sollten in eine Gewinnrücklage fließen. Dieser Betrag stünde nach den Worten eines Unternehmenssprechers dann für weitere Aktienrückkäufe zur Verfügung. Derzeit läuft bereits ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 448 Millionen Euro. "Wir begrüßen die Rückmeldung unserer Aktionäre, in welcher Form wir ihnen Mittel zur Verfügung stellen sollen", sagte der Sprecher am Freitagmorgen.

Union Investment ist nach Reuters-Daten mit gut vier Prozent einer der größten Aktionäre des Konzerns, der derzeit mit seinen Anteilseigner im Streit über seine zukünftige Strategie liegt. So fordert der Hedge Fonds TCI nach der gescheiterten Übernahme der Londoner Börse (LSE) unter anderem den Rücktritt von Vorstandschef Werner Seifert und will Aufsichtsratschef Rolf Breuer auf der Hauptversammlung des Konzerns im Mai abwählen lassen.

Seifert und TCI-Chef Christopher Hohn liefern sich seit Tagen ein öffentliches Gefecht, das über von beiden Seiten mittels an die Presse gestreuter Briefe ausgetragen wird. Anfang der Woche etwa schrieb Seifert, die Forderungen von TCI seien von "extremer Natur" und entbehrten "jeder vernünftigen Grundlage".