US-Konjunktur Standpauke vom Notenbankchef

Widersprüchliche Nachrichten von der US-Konjunktur: Das monatlich veröffentlichte Wachstumsbarometer ist im März so stark gefallen wie zuletzt vor zwei Jahren. Am Arbeitsmarkt entspannte sich die Lage hingegen. Notenbankchef Alan Greenspan las derweil dem US-Haushaltsausschuss die Leviten - und predigte Mäßigung.

Washington - US-Notenbankchef Alan Greenspan hat erneut verstärkte Anstrengungen zur Verminderung des Haushaltsdefizits gefordert. Das derzeitige Produktivitätswachstum reiche nicht aus, um das Defizit zu vermindern, sagte Greenspan am Donnerstag vor dem Haushaltsausschuss des Senats. Gefordert seien Haushaltskürzungen. Anzeichen für eine Stagflation gebe es indes keine, so Greenspan. Die Wirtschaft wachse derzeit in einem vernünftigen Tempo.

Allerdings haben sich die US-Konjunkturaussichten eingetrübt. Das Konjunkturbarometer für die größte Volkswirtschaft der Welt fiel im März um 0,4 Prozentpunkte auf 115,1 berichtete das Conference Board, ein Forschungsinstitut der Privatwirtschaft, am Donnerstag in New York. Dies sei der stärkste Rückgang seit zwei Jahren. Im Februar war das Konjunkturbarometer noch um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.

Vor allem steigende Energiepreise hätten nun die Verbrauchererwartungen für die kommenden drei bis sechs Monate getrübt und bereits den Konsum von Waren und Dienstleistungen verlangsamt, hieß es. Im Januar war das Konjunkturbarometer um 0,3 Prozentpunkte zurückgegangen. "Wichtige Indikatoren haben eine gewisse Schwäche in den vergangenen sechs Monaten signalisiert, die wir nun deutlich zu Beginn des zweiten Quartals sehen", so ein Finanzexperte. Analysten hatten einen Rückgang des Konjunkturbarometers im März um 0,3 Prozentpunkte erwartet.

Positive Nachrichten gab es vom Arbeitsmarkt. Das Arbeitsministerium in Washington berichtete von einem Rückgang der neu gemeldeten Arbeitslosen in den USA in der vergangenen Woche auf 296.000. Allerdings war ihre Zahl im März auf von 307.000 auf 336.000 gestiegen. Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosenhilfe fiel den Angaben zufolge in der zweiten Aprilwoche von 2,655 Millionen auf 2,648 Millionen.