Donnerstag, 19. September 2019

RWE-Hauptversammlung Tumulte abgewendet

Beim ersten RWE-Aktionärstreffen nach der Gehälter-Affäre um CDU-Ex-General Laurenz Maier hatten Beobachter heftige Auseinandersetzungen erwartet. Doch die optimistischen Prognosen von Vorstandschef Harry Roels besänftigten die Gemüter. Größter Streitpunkt waren die Börsenpläne der Ruhrkohle AG.

Essen - Die Taktik von RWE-Chef Börsen-Chart zeigen Harry Roels ging auf. Bei der Hauptversammlung des Versorgungskonzerns in Essen setzte der Vorstandsvorsitzende auf Deeskalation. Und tatsächlich fielen die Diskussionen weit zurückhaltender aus, als die RWE-Spitze im Vorfeld des Aktionärstreffens hoffen konnte.

Große Investitionspläne: Der RWE-Aufsichtsratsvorsitzende Thomas R.Fischer (l.) und Vorstandschef Harry Roels
Vor allem aufgrund politischer Verwicklungen hatten sie mit turbulenten Szenen gerechnet. Denn die Hauptversammlung war das erste Aktionärstreffen nach dem Skandal um Abfindungszahlungen und Vergünstigungen für den ehemaligen CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer. Doch die Verstrickungen des Konzerns im politischen Berlin beschäftigte das Anlegertreffen nur kurzzeitig. Roels erneutes Eingeständnis, es habe beim RWE-Konzern Versäumnisse gegeben, beruhigte die Gemüter. Zudem betonte Roels, eine Expertenkommission arbeite bereits an Vorschlägen für einen Verhaltenskodex, die bis Jahresmitte vorgelegt werden sollen.

Schärfer fiel die Kritik der Anleger an den Börsenplänen der RWE-Beteiligung Ruhrkohle AG (RAG) aus. Als ein "Schurkenstück sondergleichen" bezeichnete Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) das derzeitige Vorgehen des RAG-Vorstandsvorsitzenden Werner Müller. Der frühere Wirtschaftsminister agiere mit seinen nicht abgestimmten Vorstößen gegen die Interessen der RWE-Aktionäre. Es sei Zeit, dass der Aufsichtsrat der RAG einschreite. RWE ist an RAG mit rund 30 Prozent beteiligt und damit nach Eon Börsen-Chart zeigen zweitgrößter Anteilseigner.

 "Deutschland ist die erste Adresse bei investitionen": RWE-Aufsichtsratschef Thomas R.Fischer (l.) und der Vorstandsvorsitzende Harry Roels beim Aktionärstreffen in der Grugahalle  "Es gab Versäumnisse": RWE-Vorstandschef nahm auf der Hauptversammlung zur Laurenz-Meyer-Affäre Stellung  Gut gelaunt dank guter Zahlen: RWE-Vorstandschef Harry Roels vor Beginn der Hauptversammlung in Essen

RWE-Aktionärstreffen in Essen
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RAG-Chef Werner Müller will das Essener Unternehmen in den kommenden Jahren an die Börse bringen. Die drei Haupteigner RWE, Eon und ThyssenKrupp Börsen-Chart zeigen sollen demnach ihre Anteile zu einem symbolischen Preis von einem Euro abgeben, während der geschätzte Erlös des Börsengangs von mindestens fünf Milliarden Euro für die Übernahme der Risiko-Haftung im Bergbau an den Bund gehen soll.

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