Prior Verfahren eingestellt

Das Presserecht nutzt auch Börsenspekulanten: Die Vorwürfe wegen Kursmanipulationen gegen den Börsenbrief-Herausgeber Egbert Prior und den Berliner Makler Holger Timm werden nicht weiter verfolgt. Sie sind verjährt.

Frankfurt - Die Verfahren gegen Holger Timm, Vorstandsmitglied der Berliner Effektengesellschaft AG, Berlin, und gegen Egbert Prior, Herausgeber des Börsenbriefs "Prior Börse", sind von der Staatsanwaltschaft am Landgericht Frankfurt eingestellt worden.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch erläuterte, ist die Strafanzeige wegen angeblicher Kursmanipulation hinfällig geworden, da sie nach Hessischem Pressegesetz verjährt war.

Am 8. Juli 1999 sei Anzeige erstattet worden, die sich auf Empfehlungen in der Ausgabe der "Prior Börse" vom 5. Juni 1998 bezogen habe. Die sogenannte "Presseverjährung" erfolge bereits nach sechs Monaten.

Deshalb sei bezüglich dieses Vorwurfs auch keine Prüfung notwendig gewesen. Neben der Kursmanipulation sei auch eine Anzeige wegen Gründung einer kriminellen Vereinigung erstattet worden. Dafür hätten sich in der Prüfung keine Anhaltspunkte ergeben, betonte der Sprecher.

Prior wurde unter anderem vorgeworfen, Aktien gekauft und die Kurse danach in eigenen Publikationen durch Empfehlungen hochgetrieben zu haben, um die Papiere dann mit Gewinn zu verkaufen.

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