Deutsche Bahn Besser, aber nicht gut genug

Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr erstmals einen Millionengewinn gemacht. Und: Sie ist gut ins laufende Jahr gestartet. Für den geplanten Börsengang des Unternehmens ist das aber noch immer zuwenig. Bahnchef Hartmut Mehdorn hat reagiert - mit einem Sparprogramm.

Berlin - Die Bahn ist besser als erwartet in des Jahr 2005 gestartet. "Sowohl im Fern- wie auch im Güterverkehr sind die Monate Januar und Februar gut gelaufen", bestätigte ein Konzernsprecher Der Fernverkehr habe vor allem wegen der erfolgreichen Sonderangebote in beiden Monaten über Vorjahr und über Plan gelegen, hieß es in den Unternehmenskreisen.

Der Schienen-Güterverkehr, der 2004 tief in die roten Zahlen gefahren war, hat sich offenbar gefangen. Die Preiserhöhungen für 2005 von rund fünf Prozent hätten weitgehend durchgesetzt werden können. "Dabei haben wir keine Kunden verloren", sagte ein Konzernsprecher.

Die Bahn hat im Güterverkehr allerdings erneut Marktanteile an die Straße verloren. Insgesamt wuchs der deutsche Güterverkehrsmarkt um rund 6,2 Prozent, wie die Bahn erläuterte. Die Güterverkehr-Tochter Railion habe ihre Verkehrsleistung aber nur um gut 5 Prozent auf 78 Milliarden Tonnenkilometer ausweiten können. Gegenüber der Bahn-Konkurrenz auf der Schiene hat der Konzern dagegen Marktanteile gewinnen können. Sie hätten ihre Transportleistung nur um 3,2 Prozent gesteigert.

Nahverkehr sorgt für Millionengewinn

Im Jahr 2004 erzielte die Bahn erstmals aus eigener Kraft einen Gewinn, der zudem mit 250 Millionen Euro etwas höher ausfiel als zuletzt vorhergesagt. Vor allem der Nahverkehr glich die Verluste des Fernverkehrs aus, die von den Kreisen mit etwa 280 Millionen Euro beziffert wurden. Die Bahn rechnet in ihrer Konzernplanung frühestens im Jahr 2007 mit schwarzen Zahlen in den beiden Problemfeldern Fern- und Schienen-Güterverkehr.

Wegen der Verluste dort musste die Bahn ihre ursprüngliche Gewinnplanung für 2005 und die folgenden Jahr bereits deutlich reduzieren. Der von Bahnchef Hartmut Mehdorn für 2006 geplante Börsengang wurde abgesagt.

Mehdorn legte ein neues Sparprogramm auf, das jährlich nun weit mehr als eine Milliarde Euro erbringen soll. Zugleich straffte er die Konzerstruktur und stärkte die Konzernspitze gegenüber den Tochtergesellschaften. So verlieren der Güterverkehr und der Personenverkehr einen Großteil ihrer Eigenständigkeit, vor allem die Planungshoheit.

Die Investmentbank Morgan Stanley, die für den Bund die Fortschritte der Bahn auf dem Weg zur Börse analysiert, hält diese Maßnahmen nach Angaben aus mit deren Gutachten vertrauten Kreisen für effektiv. Allerdings beruhe die Gewinn-Planung für das nächste Jahr vor allem auf dem Sparprogramm, weniger auf Verbesserungen des Geschäfts.