Bayer Wenning will 20 Prozent mehr Gewinn

Nach einer dreijährigen Umbauphase ist Konzernchef Werner Wenning optimistisch, in diesem Jahr Gewinn und Umsatz steigern zu können - und zwar gleich um 20 Prozent. Beim Spin-Off Lanxess deuten die Ergebnisse ebenfalls nach oben - die Erlöse kletterten um sieben Prozent.

Leverkusen - Der Chemie- und Pharmahersteller Bayer  erwartet 2005 nach Abschluss des Konzernumbaus deutliche Zuwächse bei Betriebsgewinn und Umsatz.

"Wir sind überzeugt, dass wir mit der Neuausrichtung unseres Konzerns das Potenzial des Unternehmens optimal ausschöpfen können", sagte Bayer-Chef Werner Wenning am Dienstag in Leverkusen. Der um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde in diesem Jahr im fortgeführten Geschäft voraussichtlich um 20 Prozent zulegen.

2004 hatte Bayer 2,03 Milliarden Euro verdient. Der Konzernumsatz solle sich währungs- und portfoliobereinigt um fünf Prozent auf über 25 Milliarden Euro erhöhen. Der optimistische Ausblick werde durch einen "erfreulichen" Geschäftsverlauf in den ersten beiden Monaten gestützt.

"Mit dem erfolgreichen Börsengang von Lanxess ist die dreijährige, umfassende Neuausrichtung des Konzerns nun abgeschlossen", sagte Wenning. Den Großteil seiner Chemiegeschäfte und etwa ein Drittel der Kunststoffaktivitäten hatte Bayer damit abgegeben.

Der Konzern will sich nun auf Bereiche beschränken, in denen der Vorstand starkes Wachstum erwartet. Das sind die Sparten Gesundheit (HealthCare), zu der auch das Pharmageschäft zählt, Pflanzenschutz (CropScience) sowie Kunststoffe- und Chemie (MaterialScience). Im Zuge des Konzernumbaus hatte Bayer auch tausende Stellen abgebaut.

Healthcare-Sparte von Übernahmekosten belastet

Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Bayer bereits genannt. Danach erreichte der Konzern mit einem Überschuss von 603 Millionen Euro wieder die Gewinnzone. Wegen des Konzernumbaus hatte Bayer im Jahr zuvor noch mit 1,36 Milliarden Euro den größten Verlust seiner Geschichte geschrieben. Der Umsatz legte 2004 um 4,2 Prozent auf 29,76 Milliarden Euro zu.

Im Zuge des Umbaus hatte Bayer seit 2002 rund 2,2 Milliarden Euro eingespart, allein eine Milliarde war es im vergangenen Jahr. Die Nettoverschuldung sank bis Ende 2004 auf rund 5,4 Milliarden Euro. Bis Ende dieses Jahres solle sie aber wieder etwas steigen.

Lanxess' ehrgeiziges Ebitda-Ziel

Bei den Teilkonzernen erwartet Bayer dieses Jahr eine deutliche Steigerung des bereinigten Betriebsgewinns (Ebit) bei MaterialScience. Auch im Pflanzenschutzgeschäft solle der Betriebsgewinn deutlich zulegen. Im Bereich HealthCare wird dagegen ohne Einmaleffekte im Zusammenhang mit der Übernahme des Roche-Geschäfts mit verschreibungsfreien Arzneien ein vergleichbares Ebit auf Vorjahresniveau erwartet.

Lanxess strebt Ebitda-Marge von zehn Prozent an

Die Chemiegesellschaft Lanxess, ein Spin-Off von Bayer, hat 2004 dank der anziehenden Branchenkonjunktur Umsatz und Betriebsgewinn gesteigert. Nach vorläufigen Zahlen seien die Erlöse um mehr als sieben Prozent auf 6,773 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) vor Sondereinflüssen habe sich auf 447 (311) Millionen Euro erhöht, ein Plus von 44 Prozent. Einen Geschäftsausblick für 2005 legte Lanxess zunächst nicht vor.

Die operative Umsatzrendite habe 2004 bei sieben Prozent gelegen. Bis zum Geschäftsjahr 2006 will Lanxess eine Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen von neun bis zehn Prozent schaffen. Lanxess-Chef Axel Heitmann hat als wichtigste strategische Aufgabe eine klare Verbesserung der Rentabilität des Konzerns vorgegeben.

Ende Januar hatte Finanzchef Matthias Zachert gesagt, rund 40 Prozent des Geschäfts - gemessen am Umsatz - seien sanierungsbedürftig. Alle Geschäftseinheiten sollen überprüft werden. Mit Hilfe eines Sparprogramms sollen allein die Personalkosten um 20 Millionen Euro gesenkt werden. Einzelheiten zum Geschäftsverlauf des vergangenen Jahres will Lanxess auf der Bilanzpressekonferenz am 26. April bekannt geben.

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