Borussia Dortmund Rettung in letzter Minute

Der angeschlagene Fußballclub Borussia Dortmund ist vorerst gerettet. Die Anlegerversammlung des Immobilienfonds Molsiris hat mit deutlicher Mehrheit grünes Licht für das Konzept zur Sanierung des verschuldeten Traditionsvereins gegeben - gerade mal einen Tag bevor der BVB seine Lizenz beantragen muss.

Düsseldorf - Nach Angaben von Teilnehmern stimmten die Molsiris-Anleger mit 95 Prozent der Rettung zu. Nötig war eine Zustimmungsquote von 75 Prozent. Nur rund 500 der 5800 Anleger des Immobilienfonds nahmen nach Angaben von Commerzbank-Sprecher Peter Pietsch persönlich an der Krisensitzung teil. Dennoch sei die notwendige Anwesenheitsquote von 15 Prozent des Kapitals deutlich übertroffen worden.

Damit ist die Liquidität des BVB  vorerst gesichert und eine wichtige Grundlage zur Erteilung der Lizenz für die kommende Saison geschaffen. Der BVB muss die entsprechenden Unterlagen am Dienstag bis 14.00 Uhr bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) einreichen.

Bisher mussten die Borussen pro Jahr 17 Millionen Euro Leasinggebühren für íhr Stadion aufbringen. Ende 2002 hatten sie es zu 94 Proozent an Molsiris verkauft - und anschließend zurückgeleast. Durch die Zustimmung zum Sanierungskonzept sind neun Millionen Euro aus dem Bardepot frei zur Sicherung der Liquidität bis zum Saisonende. Weitere 42,8 Millionen Euro stehen nun zum Rückkauf von knapp 43 Prozent der Stadionanteile zur Verfügung.

Die Aussetzung der Zahlungen an die Fondszeichner für zwei Jahre ist ein Teil des Dortmunder Sanierungskonzepts. Die Gläubigerbanken hatten dafür bereits grünes Licht gegeben, allerdings unter der Voraussetzung, dass auch eine Einigung mit den Anteilseignern des Stadionfonds erzielt werde.

Zu Beginn des Anlegertreffens hatte Wirtschaftsprüfer Jochen Rölfs mehr als 90 Minuten lang das Sanierungskonzept für den BVB dargelegt. Danach nutzten zahlreiche Anleger die Gelegenheit zur Stellungnahme. Die ursprünglich für 14.00 Uhr vorgesehene Abstimmung hatte sich deswegen um mehr als eine Stunde verzögert.

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