Deutsche Bank Bundesweiter Kabel-Kauf geplant

Für die neue Runde im Rennen um die Kabelnetze der Deutschen Telekom hat sich das Institut gut vorbereitet: Mit im Boot sitzt jetzt der US-Konzern General Electric. Die Gegner: Bertelsmann, Mannesmann und Microsoft

Gemeinsam mit dem Elektro- und Mischkonzern General Electric (GE) will das weltgrößte Geldhaus Angebote für das komplette Kabelnetz der Telekom abgeben. Zusammen mit dem im Juni von Veba und RWE erworbenen Kabelnetzbetreiber Tele Columbus sollen die Netze zu einer leistungsfähigen Datenbahn ausgebaut werden.

Das bundesweite Kabelnetz der Telekom wird in neun Regionalgesellschaften aufgeteilt und an Investoren veräußert. Die Deutsche Bank bewerbe sich in allen Regionen, sagte ein Sprecher der Bank.

Mit Blick auf künftige digitale Multimediaangebote gilt das Netz als enorm lukrativ. Zu den Interessenten wird neben der Deutschen Bank, der Bertelsmann AG und Mannesmann auch der US-Softwareanbieter Microsoft gerechnet. Die Telekom steht seit Jahren unter dem Druck der EU-Wettbewerbsbehörden, sich vom Kabelnetz zu trennen.

Die Federführung auf Seiten der Deutschen Bank hat deren Beteiligungsgesellschaft DB Investor, die auch an der Spitze des Bieterkonsortiums steht. Neben dem Kreditinstitut und der GE- Finanztochter GE Capital Structured Finance Group wollen sich weitere Unternehmen, darunter regionale Banken, private Kabelbetreiber und Telekommunikationsunternehmen an dem Kabelkonsortium beteiligen.

Vor zwei Wochen war bereits für die Übernahme des bayerischen Kabelnetzes ein Konsortialvertrag mit Hypo-Vereinsbank, Bayerischer Landesbank, Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA) sowie Viag Interkom geschlossen worden. Am Sonntag schloss sich die Deutsche Bank mit der Hamburger Vereins- und Westbank zusammen, um gemeinsam für die norddeutschen Kabelnetze zu bieten. "Außerdem sind die Verhandlungen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg bereits weit fortgeschritten und auf gutem Wege."

Die Deutsche Bank strebt eine aktivere Rolle in der Industriepolitik an. So wird die Restrukturierung der deutschen Kabelindustrie als "Stück Zukunft für Deutschland" betrachtet.

Der Vorstandschef der DB Investor, Axel Pfeil, weist darauf hin, dass allein das Internet in den USA 1998 rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze geschaffen habe. "Für ein solches Jobwunder wollen wir die notwendige breitbandige Multimedia-Plattform bauen."

GE mit einem Umsatz von 100 Milliarden Dollar (1998) zählt zu den profitabelsten Unternehmen der Welt und expandiert zu Hause und international rasant. Das Unternehmen produziert Kraftwerke, Kunststoffe, Elektro-, Haushalts- und medizintechnische Geräte und ist weltgrößter Anbieter von Flugzeugtriebwerken. Außerdem zählt GE mit seiner Fernsehtochter NBC zu den führenden US-Medienunternehmen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.