Siemens Hohe Ziele

München - Die Siemens AG strebt trotz der Asienkrise eine "deutliche Steigerung des Ergebnisses" an. Das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres 1997/98 (30. September) sei aber "unzureichend", sagte Vorstandschef Heinrich von Pierer in einem Radio-Interview.

Siemens behält trotz der Zweifel von Branchenexperten das Ziel im Auge, die Eigenkapitalrendite bis zum Jahr 2000 auf 15 Prozent zu steigern. In Asien müsse sich der größte deutsche Elektrokonzern aber auf "eine gewisse Durststrecke" vorbereiten.

Der Konzern mit Sitz in München und Berlin hatte Ende September einen Bericht des "Spiegel" als Spekulation bezeichnet, der Jahresgewinn des Konzerns drohe bis auf eine Milliarde Mark abzusacken. Im vorangegangenen Geschäftsjahr hatte der Konzern einen Reingewinn von über 2,6 Milliarden Mark ausgewiesen.

Eines der Hauptprobleme von Siemens sei der Preisdruck auf den internationalen Märkten, gab von Pierer zu. "Es gelingt uns nicht, Mehrkosten, die wir in Deutschland etwa aus Tariferhöhungen haben würden, auf unsere Kunden abzuwälzen." Die Forderung der Gewerkschaft IG Metall nach 6,5 Prozent mehr Lohn bezeichnete von Pierer als "sehr einschneidend". Eine Lohnerhöhung von einem Prozent bedeute für Siemens Mehrkosten in Höhe von 200 Millionen Mark.

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