Borussia Dortmund BVB mit hohem Halbjahresverlust

Der einzige börsennotierte Fußballclub in Deutschland hat für die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres abermals einen hohen Millionenverlust eingespielt. Hinzu kommen eine "Drohverlustrückstellung" und neuer juristischer Ärger.

Düsseldorf - Vor Steuern betrug der Verlust 30,8 (Vorjahr: 29,4) Millionen Euro, teilte die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA am Montagabend mit. Zuzüglich einer "Drohverlustrückstellung zur Berücksichtigung eines Markenwertrisikos" in Höhe von 24 Millionen Euro ergibt sich insgesamt ein Minus von 54,8 Millionen Euro.

Für den Fall, dass die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen unterbleiben, sei der bereits angekündigte Gesamtfehlbetrag zum Ende des Geschäftsjahres in Höhe von 68,8 Millionen Euro zu erwarten.

Trotz der existenzbedrohenden Krise des Clubs wird die Deutsche Börse Borussia Dortmund  nicht vom Kurszettel nehmen. Die Untersuchung gegen den Club sei eingestellt, hieß es Ende der vergangenen Woche.

Die Münchener Rechtsanwaltskanzlei Rotter will unterdessen ihre Strafanzeige gegen das Management des finanziell angeschlagenen Fußballvereins Borussia Dortmund möglicherweise erweitern. "Wir prüfen eine Reihe weiterer Vorwürfe", sagte Rechtsanwalt Klaus Rotter am Montag in Dortmund.

Rotter hatte in der Vorwoche den früheren BVB-Clubchef Gerd Niebaum und den amtierenden BVB-Geschäftsführer Michael Meier bei der Staatsanwaltschaft Dortmund angezeigt. Die Vorwürfe lauten auf Kapitalanlagebetrug sowie Kurspreismanipulation. Am Wochenende hatte Meier dies als "absurd" bezeichnet.

In einer schriftlichen Replik erklärten die Anwälte von Niebaum und Meier am Montagnachmittag, die Vorwürfe seien "altbekannt". Zudem gehe jeglicher strafrechtlicher Vorwurf fehl. Der angesprochene Emissionsprospekt zur Ausgabe der BVB-Aktie sei "höchst sorgfältig" von einer auf Börsenzulassungen spezialisierten Kanzlei erarbeitet worden.

Rotter hält Meier und Niebaum vor, im Börsenprospekt 2000 wichtige Angaben zu einem Vertrag mit dem Versicherungskonzern Gerling verschwiegen zu haben. So bestand laut Vertrag das Risiko, die BVB- Sportartikelmarke "Goool" am 1. Januar 2006 für 20 Millionen Euro zurückkaufen zu müssen. Dafür seien alle "Marken im Hinblick auf den Vereinsnamen Borussia Dortmund und das Vereinsemblem", so der Vertragstext, als Absicherung verpfändet worden. Dies seien "nachteilige Tatsachen", die man laut Gesetz hätte nennen müssen.

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