BVB-Krise Börsentod abgewendet

Der Krisen-Club Borussia Dortmund bleibt an der Börse. Zeitungsberichten zufolge hat die Frankfurter Börse ihre Untersuchung gegen den BVB eingestellt. Unterdessen hat der Club die Verhandlungen mit dem Finanzier Stephen Schechter abgebrochen – obwohl noch nicht alle Anleger dem Sanierungsprogramm zugestimmt haben.

Düsseldorf - Die Deutsche Börse wird Borussia Dortmund  nicht vom Kurszettel nehmen. Die Untersuchung gegen den Club sei eingestellt, berichten "Handelsblatt" und "Financial Times Deutschland" übereinstimmend unter Berufung auf Finanzkreise.

Die Börse habe keinen Ansatz für ein Delisting der BVB-Aktie vom amtlichen Handel gefunden. Eine Sprecherin der Börse habe bestätigt, dass die gegen den BVB angestrengte Untersuchung beendet sei. Dem BVB sei noch nichts über das Ergebnis der Untersuchungen bekannt, heißt es den Berichten zufolge.

Die Deutsche Börse hatte untersucht, ob die Borussia bei ihrem Börsengang im Jahr 2000 gegen den Paragrafen 43 des Börsengesetzes verstoßen hat. Der Verein hatte damals im Börsenprospekt zwar erwähnt, die Markenrechte an seiner Sportartikeltochter Goool an den Versicherungskonzern Gerling verleast zu haben. Dass er dafür als Sicherheit Teile der BVB-Markenrechte hinterlegt hatte, ging aus dem Prospekt jedoch nicht hervor.

Trotz der guten Nachricht von der Deutschen Börse, ist die Zukunft des BVB weiter ungewiss. Dem "Handelsblatt" sagte BVB-Manager Michael Meier, der Club habe keinen Alternativplan für den Fall, dass die Zeichner des Stadion-Fonds Molsiris dem Sanierungskonzept der Borussia nicht zustimmen. Die Fonds-Eigner sollen dem Verein ermöglichen, das 2002 verkaufte Westfalenstadion zurückzukaufen. Darüber soll eine Molsiris-Gläubigerversammlung am 14. März entscheiden. Bis 15. März muss der BVB bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) seine Unterlagen für die Lizenz für die kommende Saison einreichen.

Obwohl das Sanierungsprogramm also noch nicht gesichert ist, hat jedoch Meier die Gespräche mit dem auf Fußballanleihen spezialisierten Finanzier Stephen Schechter abgebrochen. "Darauf sind wir wegen des Sanierungskonzeptes nicht angewiesen", sagte er.

Die Münchener Rechtsanwaltskanzlei Rotter hat ihre Ankündigung wahr gemacht und am Freitag Strafanzeige gegen Gerd Niebaum als ehemaligen und Michael Meier als amtierenden BVB-Geschäftsführer eingereicht. Es bestehe "der konkrete Verdacht auf Kursmanipulation durch die Fußball-Manager Niebaum und Meier", teilte die Kanzlei mit. Details will die Kanzlei am kommenden Montag auf einer Pressekonferenz in Dortmund bekannt geben.

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