Jahresergebnis HeidelbergCement wächst im Ausland

Deutschlands größter Zementhersteller HeidelbergCement hat im vergangenen Jahr trotz eines schrumpfenden Heimatmarkts Absatz und Umsatz deutlich gesteigert. Nach millionenschweren Wertberichtigungen auf die Auslandstöchter will der defizitäre Konzern im März neue Aktien ausgeben, um seine Bilanz zu stärken.

Heidelberg - HeidelbergCement  profitierte bei Absatz und Umsatz vor allem von der erstmaligen Konsolidierung seiner indonesischen Tochter Indocement und einer stärkeren Nachfrage aus Osteuropa und Nordamerika. Bei einem um gut ein Viertel höheren Absatz von 65,2 Millionen Tonnen habe der Konzernumsatz um 8,8 Prozent auf 6,93 Milliarden Euro zugelegt, teilte HeidelbergCement am Dienstag mit.

Der schwache Dollar dämpfte das Umsatzplus, doch übertraf das Unternehmen damit die Erwartungen der Analysten. Um den Kostendruck durch höhere Preise für Energie und Transport abzufangen, kündigte der Vorstand "spürbare Kostensenkungen" und Effizienzsteigerungen an, ohne konkrete Details zu nennen.

Aktie unter Druck

Trotz der von Analysten positiv aufgenommenen Geschäftszahlen wurden die im Nebenwerte-Index MDax  gelisteten HeidelbergCement-Aktien zeitweise mit einem Kursabschlag von fast drei Prozent gehandelt. Die Anleger reagierten damit auf die Ankündigung einer Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital, die das Ergebnis verwässert. Die neuen Aktien sollen je 35 Euro kosten und werden damit mit einem deutlichen Abschlag angeboten. Mit der Kapitalerhöhung will HeidelbergCement rund 270 Millionen Euro einnehmen.

Analysten erwarten, dass das Unternehmen mit dem Erlös seine Milliardenschulden abbaut, um die Bonität weiter zu verbessern. Derzeit werden die Unternehmensanleihen von Ratingagenturen als spekulativ eingestuft, was höhere Kapitalkosten verursacht. Einige Experten halten auch weitere Zukäufe des seit Ende Januar amtierenden Vorstandschefs Bernd Scheifele für möglich.

Wertberichtigungen bescheren Verluste

Wertberichtigungen auf die in den vergangenen Jahren erworbenen Auslands-Beteiligungen von bis zu 700 Millionen Euro werden den Gewinn des nach Lafarge  und Holcim  drittgrößten europäischen Zementherstellers 2004 mit 350 bis 400 Millionen Euro in die roten Zahlen drücken. Das genaue Ergebnis will HeidelbergCement erst am 23. März bekannt geben. Mit der von Risiken bereinigten Bilanz wolle der Konzern Wachstumschancen zum Ausbau der internationalen Marktstellung nutzen, erklärte der Vorstand.

Zur möglichen Dividende für das zurückliegende Jahr wollte sich HeidelbergCement nicht äußern. Für 2003 hatten die Aktionäre nach einem Jahr Pause 1,15 Euro je Aktie erhalten.

Die Geschäftsaussichten für das laufende Jahr beurteilt HeidelbergCement mit gemischten Gefühlen. "Die uneinheitliche Tendenz der Weltkonjunktur dürfte sich leicht abgeschwächt im Jahr 2005 fortsetzen", schrieb der Vorstand in einem Brief an die Aktionäre. Trotz einer weiter rückläufigen Zementnachfrage in Deutschland sei ein moderater Anstieg des weltweiten Absatzes zu erwarten. Wachstumsimpulse verspricht sich HeidelbergCement aus den USA, Asien, sowie Mittel- und Osteuropa, während sich im Euro-Raum eine verhaltene Entwicklung abzeichne.

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