Volvo-Scania Konkurrenz für VW

Nachdem sich VW beim geplanten Einstieg beim schwedischen LKW-Produzenten Scania schwertut, schlägt jetzt Volvo zu: die Autofirma, die ihr PKW-Geschäft gerade an Ford abgab, will Scania jetzt übernehmen.

Göteborg - Volvo soll künftig für Lastwagen stehen. Der frühere schwedische Autobauer, der sein PKW-Geschäft vor einigen Wochen an Ford abgab, übernimmt von der Investor AB, Stockholm, einen Anteil von 27,3 Prozent des Kapitals oder 49 Prozent der Stimmrechte am schwedischen LKW-Produzenten Scania AB, Södertälje.

Das Geschäft dürfte vor allem in Wolfsburg für Aufmerksamkeit sorgen. VW-Chef Piech hatte seit längerem angekündigt, die eigenen LKW-Sparte mit einem Zukauf auszubauen. Als heißer Kandidat für eine Übernahme galt Scania. Die Gespräche waren jedoch offenbar festgefahren.

Auch Volvo war schon lange hinter dem schwedischen Konkurrenten her. Allerdings gestalteten sich die Verhandlungen mit Scania schwierig. Volvo sammelte daher rund ein Fünftel der Stimmanteile und gibt jetzt das öffentliche Übernahmeangebot ab.

60 Prozent des Anteils wird Volvo in bar für 315 Kronen je Aktie erwerben. Die restlichen 40 Prozent kann der Autobauer optional entweder in bar oder durch sechs neu ausgegebenen Volvo-Aktien für fünf Scania-Titel kaufen. Zu denselben Konditionen unterbreitet Volvo zudem ein öffentliches Übernahmeangebot für alle übrigen Scania-Aktien.

Einschließlich des Preises der bereits zu einem früheren Zeitpunkt übernommenen Scania-Anteile würde sich der Kaufpreis für 100 Prozent der Scania-Anteile nunmehr nach Volvo-Angaben auf rund 60,7 Milliarden Kronen belaufen. Auf Basis der Kurse vom Donnerstag beträgt der kombinierte Marktwert der Unternehmen 156 Milliarden Kronen.

Die Scania-B-Aktien erhöhten sich am Freitagmorgen an der Stockholmer Börse zunächst um 27 Prozent, später gab die Aktie allerdings wieder etwas nach. Volvo-B-Aktien verloren am Vormittag 1,6 Prozent, während Investor um 6,4 Prozent oder sechs Kronen auf 99,5 Kronen zulegten.

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