Opel Personalstreit eskaliert

Schleudersitz Opel-Vorstand: Nach Herman wird auch Cowger in die USA zurückbeordert. Aufsichtsratschef Gäb zieht die Konsequenzen.

Frankfurt/Main - Der seit Jahren anhaltende Streit zwischen Teilen des Opel-Managements und der amerikanischen Konzernmutter General Motors hat weitere Konsequenzen gefordert. Der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Wilhelm Gäb werde noch am Donnerstag sein Amt niederlegen, berichtete die Deutsche Presseagentur dpa.

Der Europa-Chef von General Motors, Mike Burns, hat den externen Mitgliedern des Opel-Kontrollgremiums bereits mitgeteilt, Gäb habe seinen Rücktritt eingereicht. Der erst im Juli 1997 an die Spitze des Aufsichtsgremiums gewählte Gäb wollte diese Informationen zunächst nicht bestätigen.

Hintergrund des spektakulären Schrittes ist die Entscheidung des alleinigen Aktionärs General Motors, den neuen Opel-Vorstandsvorsitzenden Gary Cowger bereits vier Monate nach seinem Amtsantritt wieder in die USA zu holen. Er sollte von seinem Vorstandskollegen Peter Hanenberger abgelöst werden.

Gegen die Ernennung Hanenbergers haben sich am Stammsitz Rüsselsheim allerdings nicht nur die Arbeitnehmervertreter, sondern auch hochrangige Manager ausgesprochen. Dem Opel-Entwicklungschef Hanenberger werden zahlreiche Probleme der jüngsten Vergangenheit wie Qualitätsmängel sowie eine unglückliche Modellpolitik zugeschrieben. Auch Cowger-Vorgänger David Herman mußte nur wenige Monate nach der Unterzeichnung eines neuen Fünfjahres-Vertrages im Juni seinen Posten räumen.

Gäb hatte versucht, die zunächst nur aus Presseberichten bekanntgewordene Entscheidung der Konzernmutter zur Ernennung Hanenbergers zu korrigieren. GM ist nach dpa-Informationen allerdings nicht bereit, die Personalentscheidung zugunsten von Hanenberger zu ändern.

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