Nemax Billig, aber noch keine Kaufkurse

Für die meisten Werte am Neuen Markt gibt es seit Tagen nur eine Richtung: abwärts. Kaufkurse sind aber noch nicht drin, erwarten Analysten. Der Markt werde noch billiger, vor allem bei Internet- und E-Commerce-Titeln.

Frankfurt - Die Angst vor Zinserhöhungen, urlaubsbedingte schwache Umsätze und ein bröckelnder Dax treffen vor allem die spekulativen Werte des Neuen Marktes. Im Nemax-50, dem Index für die 50 größten Werte des Neuen Marktes, gab es bis Mittag nur vier Gewinner. 46 Aktien gaben dagegen ab.

Besonders schwer trifft es weiterhin Anleger bei Internet-Werten. Fortunecity.com gab bis Mittag rund zehn Prozent ab und addiert damit den Monatsverlust auf über 30 Prozent. Artnet.com, in den vergangenen Tagen im Gespräch wegen eventueller zu früh erfolgter Aktienverkäufe der Altaktionäre, bleibt ebenfalls auf Abwärtskurs. Monatsverlust bis heute mittag: rund 42 Prozent.

Nur der Berliner Telefonzulieferer Teles machte Anlegern in den vergangenen vier Wochen weniger Freude. Mit rund 43 Prozent Verlust sind Teles-Papiere binnen Monatsfrist nur etwas mehr als die Hälfte wert.

Unter den Wochenverlierern finden sich zudem Intershop, Brokat und ifao - Aktien, die auch unter schlechten Entwicklung der US-Leitbörse Nasdaq leiden.

Generell sind Investoren bei steigenden Zinsen nicht mehr bereit, die in den vergleichsweise hohen Kursen von Wachstumsunternehmen enthaltenen Aufschläge für künftige Ergebnisse zu bezahlen.

Discount-Broker Consors gibt ebenfalls weiterhin ab. Nach einem Monatsverlust von knapp 30 Prozent rutschte das Papier bis heute mittag sogar noch unter die Marke von 60 Euro. Als Mitauslöser gilt der angestrebte Börsengang des Konkurrenten Entrium, der umbenannten Quelle-Bank. Unter den Wochenverlierern belegt Consors derzeit Platz eins.

Der Kursrückgang dürfte in den nächsten Tagen anhalten, erwarten Analysten. Erst Ende August entscheidet die US-Notenbank definitiv über eine Zinserhöhung. Zwar wird allgemein erwartet, daß die Zinsen um ein Viertelprozent angehoben werden. An der Börse jedoch gibt es für die Kurse noch Spielraum nach unten, heißt es.

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